Review

"Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3!" - auch fast 40 Jahre nach seiner Entstehung ist dieser schwarzhumorige Thriller ein Paradebeispiel dafür, wie man mit minimalem Aufwand ein Maximum an Spannung und Dramtik erzeugen, gleichzeitig aber meisterhaft die Balance zwischen Humor und Suspense halten kann.
"Stoppt die Todesfahrt" ist ein augenzwinkernder 70ies-Klassiker mit erlesener Besetzung und atemberaubenden Tempo, ein hundsgemeiner Thriller, der auch ohne übertriebene Action und Dauerfeuer zu überzeugen und den Zuschauer zu fesseln vermag.

Walter Matthau, nach Don Siegels Gangsterfilm "Der große Coup" bereits zum zweiten Mal im Charakterfach tätig, spielt großartig und ist die Idealbesetzung für einen kleinen Beamten der U-Bahnpolizei, der im Augenblick höchster Gefahr über sich hinauswächst, die Nerven behält und sich mit dem eiskalten Anführer einer Bande skrupelloser Kidnapper ein nervenzerreisendes Duell liefert.
Robert Shaw in der Rolle des eiskalt kalkulierenden, aber durchaus höflichen Gegenspielers, ist ebenfalls die perfekte Wahl und verleiht seinem Charakter Profil.
Ihm zur Seite stehen bekannte Mimen wie Martin Balsam und Hector Elizondo als schießwütiger Killer, die mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks einen Zug der New Yorker U-Bahn in ihre Gewalt gebracht haben und die Stadt um 1 Millionen Dollar Lösegeld erpressen.
Die Entführung gerät zum Politikum und um die Wiederwahl des amtierenden Oberbürgermeisters zu sichern, geht die Stadtverwaltung zähneknirschend auf die Forderungen ein.
Während innerhalb des Zuges unter den Entführern die ersten Spannungen zu eskalieren drohen, scheint das gesetzte Ultimatum zum Scheitern verurteilt und die Geiseln dem Tode geweiht.

Das Schurkenstück wurde von Regisseur Joseph Sargent bei aller Dramatik  und Ernsthaftigkeit mit so viel Humor und pointierten, nahezu messerscharfen Dialogen inszeniert, dass "Stoppt die Todesfahrt" zu keiner Minute langweilig wird und vor allem in der zweiten Filmhälfte wortwörtlich mit angezogenem Tempo auf ein spektakuläres Ende zurast.
Dabei hat es der Film auch erst gar nicht nötig, seinen Anti-Helden Walter Matthau zum Finale als actionlastigen Ganoven-Vollstrecker aufspielen zu lassen - nein, ganz im Gegenteil: mit Kombinationsgabe und ruhiger Gelassenheit schafft er es, sich dem Anführer in den Weg zu stellen, wobei der Film seinem Realismus treu bleibt und von maßlosen Übertreibungen absieht.

Das 35 Jahre später entstandene, modernen Sehgewohnheiten und heutigem Zeitgeist angepasste Remake mit Denzel Washington und John Travolta, schafft es nicht annähernd, dem großen Vorbild das Wasser zu reichen.
Walter Matthau und Robert Shaw bleiben in ihren Rollen unerreicht, Charme und Witz des Originals unangetastet und der Film selbst ein zeitloser Klassiker für Nostalgiker und Freunde des Old School-Entertainments aus der guten, alten Zeit.

Details
Ähnliche Filme