Review

Inhalt:
Durch die Forschungen einer Archäologengruppe in einem sizilianischen Kloster werden gekreuzigte Nonnen, die vor Jahren wegen ungezogenem Treiben vom Pöbel hingerichtet wurden, freigelegt. Und die Folgen sind unschön für einige Personen, nämlich für die, die der Fluch der Nonnen trifft.


Kritik:
Bei dem Namen Lucio Fulci scheiden sich die Gemüter. Zugegebenermaßen habe ich noch nicht alle seiner Werke gesehen, aber er hat meiner Meinung nach doch das ein oder andere gute Splatterstück hervorgebracht, wobei ich vor allem seine "Ein Zombie hing am Glockenseil", "Die Geisterstadt der Zombies", "Das Haus an der Friedhofmauer" und "New York Ripper" positiv in Erinnerung (aber auch schon länger nicht mehr gesehen) habe. Mit diesen "Meisterwerken" kann "Demonia" leider keinesfalls mithalten.

Die Geschichte an sich bietet einige Ungereimtheiten, unnötige Nebenplots, unlogisch agierende Charaktere und maue Dialoge, dass es einem die Schuhe auszieht. So z.B. wird dem Zuschauer neben dem Nonnenhorror versucht eine Kriminalgeschichte aufzutischen. Neben dem von Lucio Fulci höchst persönlich gespielten Kommissar versucht sich auch ein Hobbyermittler an der Klärung der Mordfälle, wobei er sein Wissen der Literatur entnimmt. Und eben jener Ermittler hat den Professor des Archäologenteams in Verdacht, da er mit einem der Opfer in der Vergangenheit Kontakt hatte. Das wird im Film lang und breit ausgewalzt, hat aber später keinerlei Bedeutung für die Handlung.
Solche Abstrusitäten gibt es hier zuhauf, wodurch natürlich kein homogenes Gesamtbild entstehen kann.
Die teilweise unterirdischen Dialoge werden durch die Pornosynchronisation noch weiter ins Lächerliche gezogen und auch die mäßigen Schauspieler fügen sich nahtlos in dieses negative Bild ein.

Immerhin lässt sich Fulcis Handschrift dann stellenweise erkennen, wenn die Kamera auf bestimmte Gesichtspartien (bevorzugt die Augen) gezoomt wird und wenn es an die herben Splattereffekte geht.
Auch wenn der Film mit letzteren etwas geizt und dem Fulcijünger die Zeitspanne zwischen diesen durch unmotivierte Handlung und Textpassagen lang werden lässt, so schlägt das Splatterherz an ein paar Stellen dann doch höher.
Neben ein paar harmloseren Harpunen- und Stachelfallentoden gibt es detaillierte Katzenattacken gegen die Katzentante (da muss ich immer an die katzenwerfende Oma von den Simpsons denken, hihi) inklusive Augenrauspuler, einen Schlachter, der entgegen seiner eigenen Aussage nicht auf seine Zunge aufpasst und diese nach einem Schlachthakenangriff Richtung Halsschlagader auf einem Holzblock festgenagelt bekommt (kennt eigentlich jemand "Konga, der Menschenfrosch"?) und eine fiese Teilung eines Mannes, der an den Beinen durch einen Mechanismus, der von seinem Sohn ausgelöst wird, auseinandergerissen wird.
Aber auch bei der letztgenannten Szene zeigt sich die oben genannte Unlogik, die sich im ganzen Film breit macht. Der Vater läuft hinter seinem Sohn her, der von einer Nonne entführt wird. Auf einmal läuft der Sohnemann auf seinen Vater zu, der urplötzlich mit den Beinen gefesselt am Boden liegt, woraufhin sich das gerade genannte Splatterspektakulum zuträgt.

Schließen möchte ich meine Kritik mit einem positiven Aspekt des Streifens. Die Farbgestaltung nämlich gefällt mir sehr gut. So ist ein Großteil des Films in einem freundlichen hellen blau gehalten, was ihm eine besondere Optik verleiht. Lucio Fulci wollte angeblich dadurch seinem Werk einen traumähnlichen Anstrich geben und vielleicht liegt darin auch der Schlüssel für die Unlogik des Films, denn welcher Traum hält sich schon an Logik? (Dies ist der Versuch den Meister des italienischen Splatterfilms der 80er Jahre wieder ins rechte Licht zu rücken und mich somit selbst zu betrügen *g*)

Fulcis große Zeiten waren Ende der 80er, Anfang der 90er definitiv vorbei und das zeigt dieses Spätwerk von ihm deutlich.

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