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Obwohl die große Horror-/Splatterwelle bereits lange zurücklag, drehte der italienische Regisseur Lucio Fulci auch Ende der 80er Jahre noch fleißig Horrorfilme, die aber an die Klasse und die Popularität seiner früheren Klassiker, wie z.b. „Geisterstadt der Zombies“, allesamt nicht heranragten. Und eines dieser Spätwerke ist „Demonia“ aus dem Jahre 1988.

Im Jahre 1496 werden in einem Kloster irgendwo auf Sizilien 5 Nonnen ermordet und gekreuzigt. Viele Jahre später, in der Gegenwart, begibt sich, anscheinend aus purem Zufall, eine Gruppe von Archäologen in diese Gegend, um Forschungen zu betreiben. Unter ihnen befindet sich auch eine junge Frau namens Lisa. Während der Arbeiten erfährt die junge Frau von dem Kloster, muß allerdings auch feststellen, dass die Einheimischen nicht sehr erfreut darüber sind, dass sich Fremde näher mit dem Kloster beschäftigen. Sie haben Angst, und das anscheinend mit Recht, denn kurz nachdem Lisa das Kloster betreten hat, geschehen unerklärliche Morde.

Wie oben erwähnt, ist auch „Demonia“ ganz bestimmt kein Meisterwerk aber im Vergleich zu „Nightmare Concert“ würde ich diesen Film vorziehen. Die Story ist wieder einmal ziemlich dünn und auch stellenweise schwer nachvollziehbar, und ich hatte den Eindruck, dass die Fassung, die ich gesehen habe, an einigen Stellen geschnitten ist. Aber im Vergleich zum langweiligen „Nightmare Concert“ passiert hier einfach mehr und der Film hat auch etwas mehr Atmosphäre. Die Location mit den düsteren Ruinen und den verlassenen Katakomben hat schon was. Und die Story ist zwar nicht sonderlich spannend, aber zum Einschlafen ist sie nun auch wieder nicht (obwohl so einige Szenen wie z.b. die Lagerfeuerszenen unnötig in die Länge gezogen worden sind und nerven.)

Bis auf Al Cliver kommt mir keiner der Schauspieler irgendwie bekannt vor und ich vermute, dass die meisten Filmfans sie auch nicht kennen. Und das, was man von ihnen zu sehen bekommt, ist auch nicht gerade meisterhaft, aber was will man bei diesen Filmen in dieser Hinsicht schon großartig erwarten? Die Dialoge sind zwar nicht auf unterstem Niveau aber stellenweise doch schon nahe dran. Unfreiwillig komisch wirkt aber z.b. das Zitat des Metzgers („Ich muß auf meine Zunge aufpassen!“) im Hinblick auf das, was ihm gegen Ende im Kühlhaus passiert. Und die Synchro ist klanglich sehr weit von dem entfernt, was man gemeinhin als „Originalton“ bezeichnet. Ist aber nichts neues, ist nämlich bei „NC“ auch nicht anders.

„Demonia“ kann zwar nicht mit besonders vielen Splattereffekten auswarten aber trotzdem gibt es den ein oder anderen fiesen Part zu sehen, wo dann ein Mann auseinander gerissen oder eine Frau von ihren Katzen im Gesicht verunstaltet wird. Obwohl die Effekte auch eher billig sind, Horror-/Splatterfans könnten sie durchaus gefallen.

Insgesamt ist „Demonia“ im Vergleich sicherlich einer der schwächeren Fulci-Filme aber mit Sicherheit nicht DER SCHWÄCHSTE. Horror-Fans können durchaus einen Blick
riskieren, sollten allerdings keinen Film wie „Geisterstadt der Zombies“ erwarten.

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