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Nachdem sich Schwarzenegger in The 6th Day hat klonen lassen, konnte es sich auch Jean-Claude Van Damme (Double Team) natürlich nicht nehmen lassen, es dem mukselbepackten Össi gleichzutun. Für diesen war es die erste Doppelrolle, wohingegen der Belgier diesbezüglich ein Wiederholungstäter ist. Aber gut... auch Van Damme hat mit Replicant nun seinen hauseigenen Klon-Thriller bekommen. Jedoch zieht der Film im Vergleich gegen das Schwarzenegger-Vehikel deutlich den kürzeren und ist auch so kein Highlight in der Filmografie des kickboxenden Belgiers.

Ein Serienkiller (Jean-Claude Van Damme) names Die Fackel versetzt Chicago in Furcht. Cop Riley (Michael Rooker) steht unter Druck, denn der Mörder entkommt immer wieder. Jetzt greifen die Ermittler zu einer ungewöhnlichen Methode: Aus einer DNA-Probe des Killers erschaffen Wissenschaftler einen Klon (ebenfalls Jean-Claude Van Damme), der sich in die Gedankenwelt des Schlächters hineinversetzen kann.

Als Klon versucht Van Damme krampfhaft zu schauspielern, was ihm nur mäßig gelingt. Meistens guckt er nur saublöde aus der Wäsche und macht einen auf Rain Man für Arme. Auch als Killer mit Fusselfrissur kann der Belgier nicht punkten, da er als Schurke noch unbegabter ist als seine sonstigen Parts des allseits helfenden Samariters. In The 6th Day musste sich Michael Rooker (Undisputed) mit zwei Arnies herumschlagen, und hier bekommt er es nun mit dem doppelten Jean-Claude zu tun. Als kaltherziger Bulle geht er recht rüde mit dem treudoofen Klon um, und spult ansonsten seine Rolle a'la The Replacement Killers herunter. In einer Nebenrolle agiert dann noch The Shield-Polizistin Catherine Dent (21 Gramm) als - was wohl? - Polizistin.

Actionmäßig geht in Replicant nicht gerade die Post ab, obwohl man von dem Gespann Van Damme und Ringo Lam (Maximum Risk) besseres gewohnt ist. Ein bisschen Geballere da, etwas Gekloppe dort und vereinzelte Kicks hier - mehr ist nicht zu erwarten. Hätte unser allseits beliebter Belgier das böse Original im Finale wennigstens in bester Mit stählerner Faust-Manier in den Verbrennungsofen gekickt, doch so kann auch die Action nix reißen. Das Van Damme so was wesentlich besser kann, dürfte bekannt sein, doch hier will er sich nun mal auf Teufel komm raus als Charakterdarsteller versuchen, was bei einer solchen Story freilich nur in die Hose gehen kann. Peinlicher wäre wohl nur noch Steven Seagal in dieser Rolle. Mit etwas Härte will man dann noch den Gorehounds gerecht werden, da Die Fackel mit ihren Opfern nicht lange fackelt, was den einen oder anderen derben Genickbruch oder anderweitige Gewalttaten zufolge hat. Doch auch der durchschnittliche Härtegrad kann diese verfahrene Kiste nicht mehr aus dem Dreck ziehen. Was die Handlung angeht, so scheint sich Van Damme The 6th Day und The Watcher einige Male zu viel angeschaut zu haben und hat die Plots nach dem Das gefällt mir-Motto miteinander verwursten lassen. Natürlich ist das Ergebniss dann fernab eines Shakespears oder Goethes, und verliert auch verglichen mit den Storylines der anderen Van Damme-Streifen das Rennen. Denn beknackter ist fast nur noch Cyborg, der dies aber mit ordentlich Fratzengeballer wieder ausgleichen kann. Auch die Zwischensequenzen mit der am Ende geläuterten (wer's glaubt wird seelig) Hure, wo der kleine Jean-Claude vorzeitig zum Schuss kommt, kann da nichts mehr retten, sondern steigert den Peinlichkeitsfaktor nur noch mehr. Verziert wird diese eh schon saudebile Handlung noch mit ein paar Mutterkomplexen sowie einer Riesenpackung an Logikfehlern und Klischees. Denn Riley sucht sich mit dem Klon einen Wolf ab, statt direkt auf die Idee zu kommen, die Klon-Visage mit der Verbrecherdatei zu vergleichen. Ich will ernsthaft nicht wissen, was der Drehbuchautor sich alles reingeworfen hat, als er dieses saudumme Skript verfasst hat. Zwar waren die Drehbücher von Van Damme-Streifen eh noch nie für ihre Intelligenz und Innovation bekannt, doch was man hier serviert bekommt, ist bestenfalls Seagal- oder Dudikoff-Niveau.

Mag Replicant ein paar Szenen haben, die gefallen, so ist das Gesamtresultat jedoch alles andere als befriedigend. So was können Van Damme und Lam eigentlich besser, was sie nach diesem Fehlgriff mit In Hell bewiesen haben. Schade, denn nach Maximum Risk hätte man eine bessere Zusammenarbeit der beiden erwarten können.     

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