Böser Van Damme Vs. Künstlicher Van Damme
Detective Jake Riley (Michael Rooker) jagt bereits seit 3 Jahren einen psychopatischen Serienkiller mit dem Namen "Fackel" (Jean-Claude Van Damme), der alleinerziehende Mütter brutal tötel und sie anschließend verbrennt - Kinder inkl, was wirklich widerlich ist. Bei seinem neuestem Opfer kann Riley das Kind retten und verfolgt den Übeltäter, kann ihn aber letztendlich nicht überwältigen und er flieht.
Nach seiner Entlassung bekommt er ein Angebot von der Agentur Für Nationale Sicherheit. Die schlauen Köpfe haben aus einer Haarprobe genug DNA-Material gewonnen, um einen Klon des Killers zu erschaffen. Der soll nun dabei helfen, die "Fackel" dingfest zu machen und wird Riley zur Seite gestellt. Bis es allerdings so weit ist, muss der Klon erst mal in grundsätzlichen Lebensregeln unterrichtet werden. Eine Aufgabe, die Riley nur zu gern übernimmt.
The Replicant gehört definitiv zu den besseren Van Damme-Filmen der jüngeren Vergangenheit und steht um einige Stufen höher als der im gleichen Jahr erschienene, doch eher maue The Order.
Seine große Zeit ist wohl vorbei, aber auf dem Niveau von Replicant darf der gute Mann gerne noch ein paar Jahre Filme drehen. Dass er nun mal wieder mit bzw. gegen sich selbst spielt, ist so neu nicht - siehe Double Impact - aber er macht seine Sache bestimmt nicht schlecht.
Die anfängliche Charaktereinführung des bösen Buben Luc Garotte ist schon eher heftiger Natur und zeigt Van Damme von seiner eiskalten Seite. Ungewöhnlich auch deshalb, weil er sonst nicht der Böse in seinen Filmen ist.
Fast noch besser gefallen hat er mir aber als Klon, der quasi mit leerer Festplatte beginnt durch die Welt zu stapfen und erst mal die Lebensbasics lernen muss. Dass er dabei in der ein oder anderen (kurzen) Szene durchaus mal Emotionen erkennen lässt und sogar mal eine Träne über die Wange kullert macht ihn im Grunde noch sympatischer.
Ganz im Gegensatz zu Riley, der wirklich ein Drecksack ist. Es ist verständlich, dass sich seine Freude mit dem Klon zu arbeiten in Grenzen hält, aber wie er ihn behandelt ist schon unterste Schublade und nicht viel besser als der Killer. Ich habe nur darauf gewartet, dass er Van Damme noch ein Stöckchen aportieren. Da kann einem der Klon schon leid tun, wenn er wie ein Hund von einem Ort zum nächsten geschleift wird und einmal sogar aufgrund eines Missverständnisses geschlagen wird. Ein wahrlich unsympatischer Cop, aber das macht die Rolle sehr reizvoll.
Was Van Dammes Martial Arts-Künste angeht: Hier kocht der Film eher auf Sparflamme. Er darf sich ein paar Mal prügeln und eine Tricks hinlegen, insgesamt ist das aber nichts, verglichen mit seinen alten Filmen. Im Gegensatz zu so manch anderem Machwerk fällt es hier aber nicht so sehr ins Gewicht, da der Film auch durch andere Action- und Gewaltszenen zu überzeugen weiß.
Die musikalische Begleitung fällt ebenfalls ein wenig mager aus, was schade ist, denn so manche Szene hätte durchaus noch intensiver wirken können.
Auch wenn Van Damme wohl nicht mehr an seine frühen Highlights anschließen wird, so ist Replicant doch zumindest ein würdiger Eintrag in seiner Filmografie. Möglicherweise hat ihm ja The Expendables 2 einen kleinen Kick verpasst, so dass er auch noch mal solo auf die große Leinwand zurückkehren kann.