Review

Jean-Claude van Damme in einer Doppelrolle. Kam ja alles schonmal vor, allerdings nicht in dieser hier von Regisseur Ringo Lam inszenierten Version.

Der Frauenmörder Edward Garrotte (van Damme) treibt sein Unwesen. Er tötet alleinerziehende Mütter und verbrennt sie post mortem, was ihm von der Polizei den Beinamen "Die Fackel" einbringt. Elfmal mordete er, elfmal konnte er entkommen. Gejagt von dem kurz vor der Pensionierung stehenden Jake Riley (Michael Rooker) entkommt er immer wieder seinen Verfolgern. Doch eines Tages steht plötzlich eine geheime Regierungsorganisation vor ihm und bietet ihm einen neuen Job an. Er soll den vom Täter durch DNA-Rückstände nachempfundenen Replikanten (van Damme) soweit bringen, das er die Identität des Killers preisgibt und bei dessen Ergreifung hilft.

Okay okay, die Story ist nicht das gelbe vom Ei. Auch hat sie unendlich viele Logiklöcher und man fragt sich, warum ausgerechnet bei einem Serienkiller so ein Brimborium veranstaltet wird, immerhin gibt es nach Tatsachenberichten jährlich im Schnitt 100 dieser Parasiten welche ihr Unwesen treiben. Na gut, man sollte evtl. nicht immer nach den Hintergründen fragen, sondern einfach den Film auf sich wirken lassen. Das funktioniert meiner Ansicht nach ganz gut. Van Damme gibt sich sichtlich Mühe den "Spagat" zwischen infantilem Klon und bösartigem Killer zu meistern. Gar zeigt JCVD keine so gruselige Leistung wie man es bei einem, in Ansätzen "Drama", erwartet. Sicherlich nicht preisverdächtig, aber grundsolide und durchaus sympathisch.
Ich hätte es aber interessanter gefunden, wenn man die "Brüder im Geiste" nicht so optisch unterschiedlich gestaltet hätte. Die schwarzen, langen Locken stehen überhaupt nicht. Lange Haare gingen nur in "Harte Ziele" und "Timecop" klar. Es wäre einfacher und bedrohlicher gewesen. Zumindest meiner Ansicht nach.

Filme mit Jean-Claude van Damme haben ja meistens eines - geile Fights. Die gibt es hier nicht, oder zumindest nix erwähnenswertes. Mit dem chinesischen Regisseur Ringo Lam ist es van Dammes zweite von drei gemeinsamen Projekten. Beim ersten Mal, "Maximum Risk", welcher bis dato van Dammes letzter Kinoerfolg war, gab es noch ordentliche Action in eine Menge Keile.
Gut, das wäre dem vorliegendem Plot auch nicht sonderlich förderlich gewesen - dennoch, von einem JCVD erwarte ich Martial Arts auf höchstem Niveau. "Replicant" ist sauber inszeniert aber leidlich spannend. Auf einen Storytwist oder sonst irgendeine Abwechslung wartet man vergeblich. Der Antrieb des Killers ist Klischee pur, sowie die Performance von Michael Rooker (Mississippi Burning). Er spielt das, was er immer spielt. Ein prolliges Arschloch das schimpft und prügelt. Seine Facetten sind genau wie sein Gesichtsausdruck. Immer derselbe. Darüber hinaus ein zu dem Zeitpunkt 46-jähriger als fast Pensionär? Ich bitte Dich, Ringo. Schade drum, ein sympathischerer "Aufpasser" hätte dem Film gut getan!

Fazit:

Ein durchschnittlicher Actionfilm mit dramaturgischem Einfluss. Kein totaler Reinfall, aber auch kein großer Wurf. JCVD macht seine Sache ordentlich und so soll es sein.

5,5/10

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