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Zwei junge britische Segler versuchen den geheimen Plänen einiger Deutscher auf die Schliche zu kommen und riskieren dabei allerhand.
Indes wird allerdings soviel taktiert, dass spannende Momente eher auf der Strecke bleiben, trotz phasenweise ordentlichem Seegang.

Arthur (Simon MacCorkindale) wollte mit seiner Segelyacht eigentlich ein paar Seekarten korrigieren, doch er entdeckt bei einem gewissen Dollmann merkwürdige Pläne und eine zwiespältige Vergangenheit. Arthur holt sich seinen alten Freund Charles (Michael York) an Bord, um mit ihm zusammen herauszufinden, was die Deutschen gegenüber den Briten planen könnten…

Teilweise gebärdet sich die Erzählung so trocken wie strategische Pläne eines Wirtschaftsimperium, - so langatmig wird teilweise debattiert und verhandelt.
Arthurs Love Interest Clara (Jenny Agutter) verschwindet im Mittelteil gänzlich und taucht erst zum Finale wieder auf, während die Erkundungen nur selten spannend verlaufen, etwa beim Versteckspiel in der Lagerhalle oder der Verfolgung eines Bahnreisenden.
Zumindest verläuft die Sache zwischenzeitlich recht atmosphärisch, da die Stimmung auf See oft rau ist und ein Hervortasten im Nebel durchaus seine Momente mitbringt.

Auflockerungen gibt es hingegen nur durch das anfänglich kontrastreiche Verhalten der beiden Freunde: Während Arthur der lockere Arbeiter ist und es mit Ordnung nicht so hat, kommt Charles zunächst als fauler Schnösel rüber, dem seine Koffer getragen werden müssen und der lieber außerhalb des Kahns seine Mahlzeiten zu sich nimmt.
Nach einiger Zeit gewöhnt er sich an die Umstände und arbeitet entschlossen mit, denn auch sein Interesse gilt den Deutschen, die zunächst vorgeben, bei einer französischen Flotte nach Gold tauchen zu wollen.

So führt man ein taktisches Gespräch beim gemeinsamen Abendessen, blufft um jemanden aus der Reserve zu locken, muss vor einem bissigen Hund fliehen und am Ende kommt gar seine Majestät, Kaiser Wilhelm II ins Spiel, der als etwas dusseliger Tölpel mit halbherziger Entschlossenheit präsentiert wird.
Dagegen wirken die Kulissen in Holland und Norddeutschland wesentlich authentischer und auch die entsprechende Ausstattung kann durch die Bank überzeugen.
Ein Lob geht ferner noch an den sehr melodiösen Score, der über weite Teile toll orchestriert ist.

Darstellerisch sind einige bekannte Mimen an Bord, wobei MacCorkindale klar besser spielt als sein weitaus erfahrener Kollege York, der sich oftmals schwer tut, eine angemessene Mimik an den Tag zu legen. Jenny Agutter ist zwar ein kleiner Liebreiz, hat aber nicht viel zu tun. Positiv fällt noch Michael Sheard auf, der als Böhme eine ungemein dubiose Figur verkörpert.

Insgesamt überwiegt leider die Dialoglast und nur selten kommt wahres Abenteuer-Feeling auf, obgleich sich viele Szenen auf hoher See abspielen.
Die Auflösung der Geheimniskrämerei ist dabei früh abzusehen und auch das Finale birgt keinerlei Überraschungen. Handwerklich in Ordnung, darstellerisch solide, bringt der Streifen zu wenig Schwung mit und offenbart besonders im Mittelteil kleinere Längen.
Hier mangelt es an Witz und Charme, lediglich einige Observationen fallen halbwegs spannend aus, - etwas dürftig für einen Abenteuerfilm mit politischer Brisanz.
4,5 von 10

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