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Der Iguanodon-Saurier Aladan, wächst als einziger Dinosaurier unter Lemuren, einer Primaten-Gattung, auf. Ihr bisheriges Leben endet, als Meteoriten auf die Erde stürzen, wonach sie sich gezwungenermaßen einer größeren Gruppe aus verschiedenen Dinosauriern anschließen müssen, die unter der Führung eines tyrannischen Anführers ein fruchtbares Tal suchen.

Spielbergs "Jurassic Park" hat gezeigt, wie viele Zuschauer mit der Animation diverser prähistorischer Urzeitbestien so ins Kino zu locken sind und das war wohl auch der Grund für diesen Disney-Kinderfilm, zumal gerade Kinder in aller Regel ein großes Interesse an Dinosauriern haben. Das fertige Produkt ist, wie man es im Grunde erwarten konnte: Inszenatorisch im quasi makellos, aber ansonsten zu stereotyp und ideenlos.

Visuell ist es einfach nur grandios, was hier geboten wird. Die Animation der Dinosaurier ist überaus gelungen, von den gewaltigen Körpern, über die sehr natürlich wirkenden Bewegungen, bis hin zu den Feinheiten in der Mimik sind die diversen Urzeitgestalten einfach hervorragend animiert und auch, wenn es darum geht, die Lebewesen in Szene zu setzen, wird mit gelungenen Aufnahmen aus der Totalen, dynamischen Kampf-Szenen und Nahaufnahmen in ausgewogenen Verhältnissen überaus gelungene Arbeit geleistet. Der Einfall, echte Kulissen als Hintergrund zu verwenden, entpuppt sich dabei ebenfalls als überaus gelungen, so sind die verschiedenen Landschaften von Hawaii, Australien, Samoa, Kalifornien und Venezuela ebenfalls überzeugend gewählt und lassen das Geschehen noch atemberaubender wirken und passend zu der genialen Optik, weiß auch die Akustik, bestehend aus dem Score von James Newton Howard mit seinen gewaltigen Klängen durchaus zu gefallen, da er den Bildern somit den entsprechenden akustischen Rahmen bietet und darüber hinaus immer mal wieder die Atmosphäre unterstreicht oder das Tempo ein wenig beschleunigt.

Dafür ist die Story leider mehr oder weniger eine herbe Enttäuschung. Der Plot um den sympathischen Aladar, der rundum sozial erzogen wurde und sich auch um die Schwächeren in der Herde kümmert und den Konflikt zum sozial-darwinistischen, herzlosen Führer der Herde ist von Anfang bis Ende mehr oder weniger vorhersehbar und verläuft zudem zu naiv, als dass er für den älteren Zuschauer Spannung oder Dramatik erzeugen könnte. Die Moral, der Appell für Tugenden, wie Freundschaft oder Rücksicht, wird zudem dermaßen kindisch und mit dem Dampfhammer serviert, dass es in manchen Momenten trotz der liebenswerten Charaktere etwas schwer fällt, dem kindlichen Treiben doch noch eine gewisse Sympathie abzugewinnen. Neben diesen Rührseligkeiten ist es auch der naive Humor, der dem Film ein wenig die Fahrt nimmt. Klar sollte ein Familien- bzw. Kinderfilm kindgerecht sein, aber hier wird es eindeutig übertrieben, zudem hätte es sich bei diesem, vielleicht etwas dialoglastigen Film empfohlen, die Bilder stellenweise einfach mal für sich wirken zu lassen, aber ordentliche Unterhaltung bietet der Film, der dramaturgisch zumindest effektiv genug gestrickt ist, um keine Längen aufkommen zu lassen, dennoch.

Fazit:
Die Handlung wird mit ihren zahlreichen Naivitäten wohl nur die ganz Kleinen begeistern können, aber "Dinosaurier" funktioniert auch als Unterhaltung für Erwachsene, was im Grunde einzig und allein auf die grandiosen Bilder, von animierten Dinosaurier vor echten Kulissen, zurückzuführen ist. Außerdem gibt es aufgrund des hohen Erzähltempos kaum Längen, daher ist dies durchaus ein Film, den man getrost für die ganze Familie empfehlen kann.

61%

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