Dieser Pseudo-Snuff wird eingangs als Experiment deklariert, das aufzeigen soll, wieviel Schmerz ein Mensch aushalten kann. Dazu wird eine Frau entführt und von drei Männern gefoltert, eine wirkliche Rahmenhandlung gibt es nicht. Dokumentarisch in Kapitel unterteilt beginnt es vergleichsweise harmlos mit Schlägen und Tritten, die weder überzeugend noch glaubhaft aussehen. Mit einer einfachen Kamera aus der Hand gefilmt erstaunt die simple Art, mit der die Japaner ihren Amateurfilm abdrehen. Kaum Tricks oder technische Fertigkeiten werden gezeigt, schließlich soll es authentisch und unmittelbar wirken, so wie es bei jedem Mitbürger zu Hause vor sich gehen könnte. Ebenso erstaunt der Verzicht auf eine spielfilmorientierte Handlung oder Hintergrundmusik, dieser Kurzfilm besteht vom Anfang bis zum Ende aus psychischen und physischen Folterungen an der mitttelmäßig die Qualen schauspielernden jungen Darstellerin. Auch wenn das über weite Strecken im Gegensatz zu manchem Nachfolger ziemlich dilettantisch aussieht, verfehlen die finalen SFX der blutig-harschen Art ihre Wirkung nicht. Je nach Gusto gibt es siedendes Öl als Schmerzbringer, andere werden lebende Maden auf dem Körper wenig appetitlich finden. „Guinea Pig“ ist ein Schocker ohne Aussage oder tieferen Sinn, der dem voyeuristischen Publikum von Asiensickos versucht, möglichst viel Abscheulichkeiten in kurzer Zeit zu präsentieren. Das funktioniert, wenn auch nur bedingt, denn drittklassig angetäuschte Schläge wie in billigen Martial-Arts-Streifen bewirken kein Ah oder Oh. Auch Ideen, wie das Opfer hämisch lachend mit Innereien zu beschmeißen, sind nur halb so spektakulär, wie des Opfers Eingeweide dafür zu nehmen. Einzig zum Schluß gibt es noch zwei saugute Spezialeffekte mit Skalpell und einer Augenzerstörung zu sehen, wie sie seit Bunuel nicht mehr so schick und explizit gezeigt wurde. Das gibt schon einmal einen Vorgeschmack auf die Fortsetzung „Flowers Of Flesh And Blood“, der wohl in Sachen Gore ein Referenzwerk darstellt. Damit sich selbsternannte Filmkritiker und Cineasten an der exploitativen Inhaltsleere aufspulen können, reicht das Gezeigte allemal, die Mischung aus studentischem Experiment und Pseudosnuff ist dafür brutal genug. Wer sich im asiatischen Extremkino bereits auskennt, kann hingegen gleich mit dem zweiten Teil (für Gorehounds) oder dem 3. Teil (für Sickofans) beginnen.
Fazit: Um bei Oma und Opa einen Herzanfall zu provozieren reicht das auf jeden Fall, dafür, und nur dafür, gibt es mit ausgeschaltetem Gehirn 5/10 Punkten