In Japan gilt Hideshi Hino schon lange als einer der Manga-Zeichner, die ihrem unverkennbarem Stil treu bleiben und somit eine große Anhängerschaft haben. Und das obwohl Hinos Themen immer auf das Abgründige fokussiert sind: Verfall, Krankheit, Tod und schreckliche Alpträume bestimmen die Comics des zurückgezogenen Künstlers. Viele seiner Werke haben schon Adaptionen erfahren, doch diese Zeichentrickfilme sind (genau wie der Großteil der Mangas) nur in Japan oder als Import erhältlich.
Hinos eigene Regiearbeiten haben mittlerweile ebenfalls festen Kultstatus und gehören zu den extremsten Filmen aller Zeiten – die Rede ist natürlich von der „Guinea Pig“ – Reihe. Hino inszenierte die ersten beiden Teile, den sechsten und das abschließende „Slaughter Special“.
Bei Sichtung dieser Filme kann man leicht nachvollziehen wieso sich der entsprechende Ruf gebildet hat, denn der hier gebotene Sadismus ist wahrlich nichts für Zartbesaitete. Der Härtegrad wächst mit der voran schreitenden Laufzeit, doch insgesamt beschränkt man sich auf wenige wirklich graphische Szenen.
Das völlige Fehlen einer Motivation von Seiten der Täter und die absolut mitleidlose Darstellung der teilweise expliziten Folterungen erzielen genau den beabsichtigten Effekt: Dir sehr ruhige Kamera, die spärliche Hintergrundmusik, fehlende Credits und die ausgewalzten Quälereien erzielen zwar nicht den gewünschten Real Snuff-Touch, wohl aber eine sehr böse Atmosphäre. Das ist gleichzeitig einer ger größten Pluspunkte des Films, genau wie der spektakulär und voyeuristisch inszenierte Goreeffekt am Schluss.
Größtes Manko ist einerseits die Hauptdarstellerin, die meiner Meinung nach kein bisschen überzeugen kann und das Ganze dadurch oft zur unglaubwürdigen Farce verkommt. Das ist sehr schade, denn auf den infantilen Humor japanischer Sickos (welcher auch in den Fortsetzungen eine wichtige Rolle spielt) wird hier komplett verzichtet.
Die Effekte sind sicherlich in Ordnung für das Entstehungsjahr, mir ist jedoch schleierhaft wie diese Filme jemals mit Snuff in Verbindung gebracht werden konnten, angeblich musste man beweisen das in den ersten beiden Teilen niemand wirklich gestorben ist.
Insgesamt 06 / 10 , es fällt schwer Filme wie diesen fair zu bewerten…