In einem teuflischen Experiment wird eine Frau von mehreren Peinigern gefoltert, um die menschliche Schmerzgrenze auszuloten, ein sadistisches Schauspiel beginnt...
"Guinea Pig" ist wohl neben Klassikern wie "The Untold Story" einer der bekanntesten Sickos aus dem fernen Osten. Und er ist gleichzeitig auch der einzig sehenswerte Teil aus einer Franchise, die mehr als sechs Parts umfasst, die allerdings in bester Troma Manier immer lächerlicher werden. Dieser erste, einzig "richtige" Teil setzt auf Ernsthaftigkeit und Snuff-Atmosphäre und so soll es auch sein. Die Frau wird anfänglich noch "sanften" Schmerzen wie Tritten und Schlägen ausgesetzt, später Dauerbeschallung bis die Gehörgänge versagen und kochendes Öl. Die Spezialeffekte sind bis zu dieser Stelle inhaltlich bedingt nur sparsam eingesetzt, überzeugen aber vollkommen, vor allem die Hautverbrennungen nach der Öltorture sehen wirklich echt aus. Die Akteure kaschieren derweil ihr fehlendes schauspielerisches Talent mit dezentem Auftreten (kaum Gesichts-Close Ups, wenig Dialoge), das weibliche Opfer wimmert und winselt leider nicht so überzeugend wie man annehmen sollte, halbwegs glaubwürdig spielt sie trotzdem. Nach 35 Minuten der Peinigung ist es Zeit für das große Finale: die Nadel durchs Auge...langsam...in Großaufnahme. Dieser Spezialeffekt ist wirklich so dermaßen echt realisiert dass dem Splatterfan das Herz Saltos springt. Ganz sickes Kino vom feinsten.
Natürlich bietet dieser Film nicht mehr als Folter und Mord, aber wenn man den Entstehungsgrund in Betracht zieht, ist diese Tatsache nur allzu logisch. Ohne unnötige Rahmenhandlung oder auf abenfüllende Zeit gestreckt, werden hier die Grausamkeiten runtergekurbelt, die die Fans sehen wollen, besser gehts nicht. Ein Stück Filmgeschichte, das seinem Ruf auch noch nach über 20 Jahren gerecht wird. Pflichtprogramm für alle Freunde der ungepflegten Unterhaltung.