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Es ist ja moralisch bereits schon durchaus fragwürdig, dass man sich diesen Sicko-"Klassiker" zu Gemüte führen will, OBWOHL man schon im Bilde darüber ist, wo hier in etwa der Hase läuft: Ein unglaublich berüchtigtes japanisches Pseudo-Snuff-Schundfilmchen.
Ich habe den Film - aus empirischem Interesse - dann doch, aber besser in aller Heimlichkeit, geschaut, den Ton auf ganz leise, eine Bibel, einen Eimer und die Nummer vom Notarzt griffbereit.
Der Ansprechpartner in Hollwood, wenn es um Fragen des sittlichen Anstandes geht,  Charlie Sheen, hat einst auf einer Party die Line, die er gerade vom Hintern einer 18-jährigen Hostesse wegschnaufen wollte, vor Schreck auf den Perser geblasen, als er im TV-Gerät des Gastgebers diesen zutiefst amoralischen Film erblickte. Er hielt das Dargestellte für echten Snuff, was ihm keiner verübeln kann, und rief das FBI. - Ach , es ging dabei um den zweiten Teil der Reihe, wie ich gerade feststellte, Flower of Flesh and Blood, aber jetzt habe ich das schon mühsam hier eingetippt, also lasse ich es stehen.

Ich habe das Unding also nun auch gesehen - und dabei aber nach zehn Minuten damit begonnen, meine Kontoauszüge zu sortieren, denn das, was geschieht, spielt sich langsam ab. Snuff muss wohl langsam sein, denn niemand der Kranken, die so etwas mit Gewinn und Genuss schauen, will ja im Zeitraffer sehen, wie ein unbekanntes asiatisches Mädel weich geklopft, verbrannt und zerstochen wird, da reicht ja auch die Zeit kaum zum Masturbieren. Und das Gebotene ist zudem zu dummm (mit drei "m") und sinnlos, um ihm ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen.
Das Problem ist, dass mich kaum noch etwas entrüsten kann, deshalb brachte mich der Provo-Faktor dieses Gewaltpornos, der etwa bei 990 von 1000 liegt, nicht in Wallung. Und wer bin ich, dass ich mich über Subjekte entrüste, die solch einen Film machen für Heinis wie mich, die solch einen Stinkekäse dann zumindest einmal ja unbedingt glauben konsumieren zu müssen?

Aber ich würde nicht weinen, wenn man die Macher dieses schwülen, frauenfeindlichen Torture-Streifens auch mal lustig in etwa so rannehmen würde,  wie die Frau in ihrem Kulturfilm. Aus einem japanischen High Tech-Rollstuhl heraus könnten sie ja dann fortan munter weitere Misantrophen-Schundfilmchen drehen, wenn ihnen dann noch danach ist.
 
  "Guinea Pig"  langweilt vor allem - und führt einem die niedrige Gesinnung einiger profitorientierter Filmemacher vor Augen. Dieser berechnend grenzwertige Müll gereicht wirklich nur verklemmten, innerlich (wie vermutlich auch äußerlich) grundhässlichen Frauenhassern zur Freude, die beim anderen Geschlecht nie Gnade gefunden haben, bzw. von ihrer Mutti regelmäßig mit dem Staubsauger vertrimmt wurden - und nun mal scheindokumentiert sehen wollen, wie es einer Ollen so richtig schön heimgezahlt wird. 

Ein anderer wirklicher Klassiker des grenzgängerischen Filmes "Cannibal Holocaust", den ich kürzlich zum etwa zehnten Male gesehen habe, erhält von mir 10 von 10 Bewertungspunkte (trotz des Tiersnuffs, obwohl ich Vegetarier und Tierfreund bin). 
Obiger  Meerschweinchen-Film hat sich die Mindestbewertung redlich verdient, denn es handelt sich um ideenlosen, uninspirierten, schändlichen Schund von und für mickrige Seelen.

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