Review
von Leimbacher-Mario
Die Experimente der blauen Dragqueen
Wenn ich beim dritten Teil schon feststellen musste, dass dieser sich ziemlich gegenteilig zu seinen beiden Vorgängern verhielt und nahezu nur aus blutigen Blödeleien und splattrigen Jokes bestand, toppt Part IV der Reihe das nochmal um Längen. Dermaßen kaputt und schräg, dass ich immerhin öfters lachen musste als beim Vorgänger und mir recht war. In „Devil Woman Doctor“ führt eine knallige Dragqueen sich als Expertin für (imaginäre!) Spezialkrankheiten und unbekannte Todesfälle ein - um uns dann anhand von neun Beispielen deutlich zu machen, dass es doch noch weitaus schlimmer kommen kann als man meint. Etwa mit einer „Zombiekrankheit“, einem „wandernden Tattoo“, explodierenden Gehirnen, laufenden Innereien oder blutenden Schweißdrüsen. Klingt bescheuert? Ist es auch!
„Devil Woman Doctor“ ist nun (leider?) nur noch absurder Splatter-Sketch-Humor - jegliche Spannung und jeglicher Horror, jegliche Schocks und jeglicher Restrealismus wird gnadenlos und schwungvoll aus dem Fenster getreten. Das Ding ist eine kreative, wilde und völlig kranke Zusammenstellung der idiotischsten Ideen. Manche kindisch, manche konfus, fast alle unfassbar billig und dilettantisch. Aber immer mit einer beneidenswerten Naivität. Bescheuert, banal, bekloppt. Ein Mitternachtssammelsurium wie ein schlechter Drogentrip. Miesester Geschmack groß geschrieben, fett gedruckt, kursiv verschnörkelt. Wie immer in hässlichster VHS-Auflösung. Eine Bizarroshow zwischen kannibalischen All-You-Can-Eat-Buffets und Takeshis Castle. Flachster Pipi-Kaka-Humor trifft auf die (beabsichtigt?) miesesten Effekte der Reihe. Eher Manga als Horror. Eher Wahnsinn als „Snuff“. Völlig verständlich der meistgehasste Teil der Reihe - aber irgendwie immerhin abwechslungsreicher als Teil 3. Für mich.
Fazit: der deutlich durchgeknallteste, kurzweiligste und bescheuerteste Teil der Reihe. Was habe ich da gerade gesehen?! Episodisch und dermaßen epochal daneben, dass man oft schon wieder schmunzeln und mit dem Kopf schütteln muss... Aber nun doch recht weit weg vom Foltern und Verstümmeln. Trashiger wurde „Guinea Pig“ nie.