Review

Spätestens jetzt haben scheinbar alle Beteiligten der Prosuktionsfirma aufgehört, einen Fick auf irgendwas zu geben: "Devil Woman Doctor", die vierte (nach anderen Quellen sechste) Episode der "Guinea Pig" - Reihe schickt den letzten Funken Würde, die restliche künstlerische Ambition, diese zwei verbliebenen Gehirnzellen, von denen die die die andere im Rollstuhl umherschiebt, über den ausgerollt roten Teppich zur Tür hinaus und empfängt auf selber Strecke die absolute kreative Anarchie.

Ich muss meine Meinung zu der Geaamtreihe nach Sichtung dieses Teiles etwas korrigieren: bei aller Liebe zur Episode mit dem unsterblichen Schreibtischsklaven, die Episode mit der namenlosen charmant-sadistischen Ärztin ist mir eindeutig die Liebste: 10 von 10 und fertig.

Warum? Weil die Macher ihre Hausaufgaben gemacht und dabei das Thema um 10 Kilometer verfehlt haben, aber auf eine sehr sympathische Art und Weise: zu Beginn des Filmes stellt sich unsere Doktorin ("Peter", scheinbar die japanische Dragikone schlechthin) vor und kündigt uns als Zuschauer einen tiefen Einblick in die wundersame Welt der Medizin an. Die gezeigten Alternativen Gesundheitszustände variieren dabei im Grade ihrer Absurdität so stark, dass der Film zwischen John Waters, Troma und Month Python schwankt, alles verpackt in einen knackigen Kurzmondo, der sich nicht gewaschen hat.

Ich vermute ja offen gestanden, dass das Gezeigte sich vor allem aus Ideen zusammensetzt, die man in keiner der bisherigen Episoden sinnstiftend unterbringen konnte bzw. die jeweils keinen einzelnen Teil wert waren. Bei aller Widerwertigkeit macht der Film mir großen Spaß und brachte mich das ein oder andere Mal dazu, schallend loszulachrn. Neben den kuriosen Krankheiten und deren oft nicht weniger absurden Therapien glänzt der Film mit vielen Szenen, die ich als gelungene Anspielungen verstehe: "Die Vögel", "Hellraiser", "Basket Case" und gar das klassische Monsterkino aus Universaltagen werden hier eindeutig parodiert und an mancher Stelle frage ich mich, ob die Beteiligten nicht auch eventuell den etwas unbekannteren "Street Trash" gesehen und als Grundlage für einige Gags herangezogen haben. Zumindest erinnert mich die Familie mit den platzenden Köpfen schwer daran.

"Devil Woman Doctor" mag so subtil wie ein Hammerschlag über den Hinterkopf sein, ist aber weitaus vergnüglicher und jedem Amateurmediziner und Freizeizpathologen, die Carcass zum Frühstück hören und das Medizin Lexikon ihrer Wahl statt der Bibel auf dem Nachttisch liegen haben,  von ganzem Herzen zu empfehlen. Alle anderen mögen sich bitte nicht wundern, wenn es ihnen hochkommt. Das gilt aber ohnehin für die Gesamtreihe. 

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