Three... Extremes besteht aus 3 Kurzfilmen von 3 verschiedenen Regisseuren aus 3 verschiedenen Ländern: 1. "Box" (Japan) - 2. "Dumplings" (Hongkong) - 3. "Cut" (Südkorea)
Plot: "Box" (Regie: Takashi Miike) handelt von Kyoko, einem Mädel das von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Als Kind hat es seine Schwester Shoko aus Eifersucht in eine Box gesperrt und verbrannt. Jetzt, ca. 20 Jahre später wird sie an den Tatort zurückgelockt und ihre Albträume die sie seither plagen, scheinen wahr zu werden. Der Film endet (fast erwartet) unerwartet...
"Dumplings" (Fruit Chan) handelt von Mrs. Li, die bei einer Frau namens Aunt Mei regelmässig Fleischbällchen mit gehackten Föten drin isst, weil dies die Haut straffer machen soll. Da ihr Mann fremdgeht, sieht sie sich gezwungen etwas für ihre Verjüngung zu tun.
"Cut" (Park Chan-Wook): Ein berühmter Regisseur wird zu hause von einem irren Schauspieler, der keine Rollen kriegt, besucht und muss allerlei sadistische Spielchen über sich ergehen lassen, bzw. zusehen wie seine Frau verstümmelt wird. das Ganze endet in einem Blutbad.
Machart: Die 3 Filme könnten unterschiedlicher nicht sein. Takashi Miike weicht von seiner üblichen Gewaltschiene ab und inszeniert einen ausserordentlich düsteren Horrorfilm mit einer sehr beklemmenden, kalten Atmosphäre. Wenige subtile Schockeffekte gehen durch Mark und Bein und lassen den Zuschauer fast erstarren (hier sei unbedingt ein 5.1-System mit potentem Subwoover empfohlen!). Die Musik ist eben besonders erwähnenswert. Sie untermalt die Kälte der Bilder perfekt.
Bei "Dumplings" handelt es sich um eine Überzeichnung des gängigen CAT III Genres. Die Geschichte wird in relativ trivialer Weise erzählt und der Film lebt vor allem von längeren Dialogen. Eine eigentliche Horror-Atmosphäre entsteht nicht, stattdessen setzt der Regisseur auf anstössiges Ekelfutter und ein paar harmlose Erotik-Szenen, wie tiefe Einblicke in Aunt's Bluse oder eine kurze Nummer im Bett, um den Film mit Inhalt zu füllen. Gore-Szenen gibt es kaum, ausser wenn einige Föten zerhackt werden. Leider sehen die aber eher wie Gummibärchen aus. So kommt denn das Ganze recht klischeehaft rüber. Man versucht krampfhaft den Zuschauer mit HK-typischen Schock-Elementen bei Laune zu halten, welche aber als Anlehnungen an Genre-Klassiker wie "The Untold Story" eher aufgesetzt wirken.
In "Cut" geht es netter zur Sachen. Durch sehr gelungene und einfallsreiche Ideen, wird ein Dreier-Konflikt aus Macht, Gewalt und Verzweiflung geschaffen. Die Gore-Effekte sind sehr gut inszeniert, die Atmosphäre ist nicht sehr düster, aber dafür lebt der Film vom puren Sadismus. Schon wie die Frau an den Flügel gedrahtet ist, kommt ziemlich fies rüber.
Cast: Mitsuru Akaboshi spielt in "Box" die Schriftstellerin Kyoko absolut überzeugend. Ihr von Angst und Albträumen geplagtes Leben wird derart düster und kalt dargestellt, dass man sich richtiggehend in ihre Panik hineinversetzen kann.
"Dumplings" wartet mit zwei bekannteren Schauspielerinnen auf: Bail Ling (Aunt Mei) hat es in Filmen wie "Groove-Alarm am Wickeltisch" und "Taxi 3" schon fast nach Hollywood geschafft. Miriam Yeung (Mrs. Li) hat man auch schon in verschiedenen asiatischen Produktionen gesehen. Beiden geben eine solide Performance ab, wenn auch der Film an sich nicht allzu hohe Anforderungen an die Schauspielerinnen stellt.
"Cut" lebt schauspielerisch vor allem von der überragenden Jung-ah Yum, welche man aus Blockbustern wie "H" oder "A Tale of two Sisters" kennt.
Die DVD: Meiner Kritik liegt die DVD von Megastar (DTS Version) zu Grunde. Das Letterbox-Bild ist tadellos und auch die Tonqualität (Kantonesisch DD 5.1 / DTS) lässt keine Wünsche offen. Die englischen UT's sind gut lesbar, bei "Dumplings" aufgrund der vielen Dialoge laufen sie allerdings sehr schnell. Extras gibt es keine.
Fazit: Takashi Miike's "Box" ist ein subtiler, kalter Horror-Film wie man ihn noch nie von ihm gsehen hat. "Cut" ist ebenfalls sehenswert und setzt auf eine sadistische Handlung mit einem blutigen Finale. Für Genre-Fans ebenfalls ein Muss. Leider schlägt "Dumplings" ein bisschen negativ zu Buche, da es aus Hongkong weitaus bessere Cat III-Filme zu sehen gibt. Alles in allem aber ein wirklich abwechslungsreiches und hartes Dreierlei von 3 Spitzen-Regisseuren und mit einem soliden Casting. Punkte: "Box" = 10/10 ... "Dumplings" = 6/10 ... "Cut" = 8/10