Review

Diesmal sind es die Länder Japan, Hongkong und Südkorea, die in drei Kurzepisoden uns gruseln und schocken wollen. Doch es will nicht so wirklich klappen.


„The Box“: Eine junge Frau wird immer wieder von dem selben Alptraum verfolgt. Ein Mann vergräbt sie in einen Plastiksack, kurz vor dem Tod wacht sie auf. Doch die Frau hat auch ein dunkles Geheimnis. Früher war sie mit ihrer Schwester Akrobatinnen, die sich so biegen konnten, dass sie in eine Box passten. Doch der Vater bevorzugte die andere Schwester mehr, bis es zu einem schrecklichen Unfall kommt...(5/10).

„Dumplings“: Eine Schauspielerin ist mit ihrem Leben nicht mehr ganz zufrieden. Mit der Karriere läuft es nicht, ihm Mann vergnügt sich mit einer anderen und ihre Haut gefällt ihr auch nicht mehr. Sie wendet sich an die etwas verrückte Mei, die ein Rezept hat, wodurch Frauen wieder schön werden. Mei backt kleine Pasteten aus Föten, und es muss auch immer für Nachschub gesorgt werden...(6/10).

„Cut“: Ein erfolgreicher Regisseur kommt Abends nach Hause, als plötzlich der Strom ausfällt. Kurze Zeit später wacht er aus einer Ohnmacht auf. Seine Frau sitzt gefesselt am Klavier, er ist ebenfalls gefesselt, kann seine Frau nicht erreichen. Ein verrückter Schauspieler hat sich in das Haus des Regisseurs geschlichen. Der Regisseur hat nun die Wahl. Er muss ein kleines Mädchen töten, was der Verrückte mit ins haus gebracht hat. Sollte er es nicht tun, so wird der Verrückte der Frau alle 5 Minuten einen Finger abhacken...(9/10).


Gut, es hätte so schön werden können, doch insgesamt bin ich von „Three...Extremes“ enttäuscht, auch wenn die insgesamte Note den Eindruck nicht weckt. 20/3 ist nun mal eine aufgerundete 7. Dennoch überzeugte mich wirklich nur eine Episode.

Es geht los mit dem Japaner Takashi Miike, dessen Episode zwar optisch sehr schön ist, inhaltlich aber eindeutig eine zu langsame Anlaufzeit hat, um wirklich zu begeistern. Erst gegen Ende wird es interessant, doch dann ist die Episode schon vorbei. Viel zu oft wird uns der gleiche Traum vorgespielt, bis es dann endlich zum auflösenden Kern kommt, dauerte es mir zu ewig und selbst das Finale endete noch irgendwie leicht surreal und gibt keine wirkliche Auflösung. Optisch perfekt, inhaltlich mau, so lautet meine Devise.

Der Beitrag aus Hongkong ist da schon ein wenig besser, auch wenn er so gesehen auch kein Knaller ist. Diesmal führte Fruit Chan Regie, der zumindest mir total unbekannt ist. Dessen Episode „Dumplings“ bekommt man auch in einer längeren Spielfilmversion. Immerhin ist der Ekelfaktor in dieser Episode weitaus größer als bei Miike, eigentlich hätte man ja gegenteiliges vermutet. Die Idee mit den Föten ist schon ziemlich krank, aber Chan liefert einigen, noch kränkere Bilder, die man so schnell nicht wieder vergisst. Irgendwo müssen ja die Föten herkommen und so werden auch mal illegale Abtreibungen eingeleitet, incl. allem Ekelfaktor. Nun ja, Ekel macht einen Film nicht zwingend besser, doch dauert es hier nicht so lange, bis der Film los geht und wird man recht passabel unterhalten, auch wenn man „Dumplings“ gewisse Längen nicht abschreiben kann. Aber die Langeweile wird dann immer wieder durch besagte Szenen unterbrochen und zum Schluss wird es dann noch mal richtig krank. Jedenfalls ist der Beitrag aus Hongkong besser als der japanische. Und Bai Ling spielt die Hauptrolle, toll was? Vom Namen her wird man sich nicht kennen, aber auf dem roten Teppich soll der Asiatin ja mal öfter der Busen rein zufällig rauskullern. Alles klar?

Der beste Beitrag kommt aus Südkorea und wer führt Regie, natürlich Park Chan-Wook. Und es ist mal wieder eine Art Rachedrama. Nein, kein schon wieder, es wird zwar Rache ausgeübt, aber diesmal auf eine andere Weise. Und man muss sagen, Park schafft es scheinbar immer, noch einen draufzusetzen. „Cut“ ist ebenfalls wie „Dumplings“ ein Sicko, nur wirkt das Geschehene deutlich realer. Natürlich könnte man Park vorwerfen, alles ist wieder arg konstruiert, aber dies hat mich schon bei „Oldboy“ etc. nicht gestört. Weil filmisch ist „Cut“ der Höhepunkt. Schon der Anfang, der eigentlich nichts mit dem film zu tun hat, ist klasse gemacht und zeigt den Regisseur bei seiner Arbeit. Dann beginnt der Terror im Haus und wenn die Finger dran sind, wird es wirklich krank. Park stellt den Zuschauer ebenfalls vor die perverse Frage, was soll man tun? Ein Kind umbringen und die Finger seiner Frau retten oder warten und zugucken, wie ein Finger nach dem anderen verschwindet. Dabei beginnt Parks Episode noch leicht humorvoll, doch je länger die Episode läuft, umso kränker wird sie, wobei Park noch die eine oder andere Überraschung zu bieten hat. Park bedient sich auch hier bekannter Schauspieler aus Korea, die man schon oft in seinen oder anderen hochkarätigen Filmen gesehen hat. Park lässt den Regisseur und auch den Zuschauer mal wieder durch di Hölle gehen und hält voll drauf. Jeder Finger der ab muss, wird von einem Klavierlaut begleitet. Die Episode ist die beste, aber auch krank, wirklich krank.


Fazit: Drei extreme Episoden, ja, aber nicht jede ist gut. Ganz klar beste Episode ist die aus Südkorea, danach folgen Hongkong und Japan. Von der japanischen Seite her bin ich enttäuscht. Miike ist zwar dafür bekannt, unheimlich zu schwanken, doch hier schwankt er sehr ins negative. Der unbekannte Chan liefert für mich eine zufriedenstellende Episode ab, die Krönung liefert mal wieder Park Chan-Wook. So bekommt man drei unterschiedliche Storys, wobei „Three...Extremes“ allein wegen der Park-Episode sehenswert ist.

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