Review

Drei asiatische Regiegrößen treffen sich zum Gipfeltreffen und gebären einen Episodenfilm der besonders phantastischen Art.

Episode 1: "Dumplings"
Hier geht's um eine Frau, deren Teigtaschen ewiges Leben und immerwährende Jugend versprechen. Doch die Zutaten der Frühlingsröllchen sind nicht nur schwer zu beschaffen, sondern würden auch jedem gesunden Menschen die Galle hochschwappen lassen, und ihre Nebenwirkungen sind fatal...
Urteil:
"Dumplings" ist ganz klar das Highlight der drei Kurzfilme. Übelst kranke Perversitäten in wunderschönen Bildern dürften jedem Asia begeisterten Filmfan zwar bereits mehr als geläufig sein (siehe "Izo", "Gozu", "Oldboy"...). Ich für meinen Teil kann mich diesbezüglich aber anscheinend nie so wirklich satt sehen,
zumal "Dumplings" mit seiner düsteren, in seinen Bann schlagenden Schizo-Atmosphäre, seinen über alle Maßen gekonnten Kameraeinstellungen und Farbkombinationen und seiner extremst anstößigen Thematik, die aber noch geheim bleiben soll, einfach von vorne bis hinten begeistert.
8,5/10 für dieses geile Teil.

Episode 2: "Cut"
Ein sich missverstanden fühlender Kleindarsteller kidnappt einen Regisseur und dessen Frau und missbraucht beide als "Guinea Pigs".
Urteil:
Dieser Streifen vom "Oldboy"- und "Mr. Vengeance"-Macher liefert leider das Schlusslicht der drei Filmchen. Die Story ist fad und kann weder optisch, noch auf irgend eine andere Weise schocken. Von emotionalem Tiefgang der "großen" Filme des Regisseurs mal ganz abgesehen.
Sorry, Park: Nur 5/10, da optisch doch sehr gewandt. Mehr aber nich...

Episode 3: "Box" von Takashi Miike
Der Meister des Absurden liefert mit "Box" ein alptraumhaftes Szenario des "Siamese Dream"-Themas und seine ganz persönliche Variante des asiatischen "Schwarzhaarigen Mädchen-Horrors" ab.
Urteil:
Ein Festival der Perversitäten, wie wir es von Mike gewohnt sind, wird hier devinitiv nicht abgefackelt. Der Gewaltpegel des Streifens und Miike's Verwirrtheitszustand nehmen keine übermäßigen Ausmaße an. Im Gegenteil: unser geliebtes Opium-Hirn gibt sich hier zwar ungewohnt gruselbetont, aber auch verhältnismäßig gesittet.
Die letzten 30 Sekunden reißen das Ruder wegen ihres überraschenden Handlungsschlenkerers aber nochmal kräftig herum. Daher 7/10! Aber nur gerade noch, mein Lieber!

Summa Sumarum:
Föten im Mixer, "Mr. Vengeance" auf Valium und Miike träumt mal wieder so vor sich hin...
THREE... EXTREMES ist eine wirklich sehenswerte Kurzfilm-Kompilation, deren Höhepunkt aber eindeutig das mit dem Kleiderbügel abtreibende Psycho-Horrofilmchen "Dumplings" ist.
Insgesamt also nicht so der Überhammer, wie viele behaupten, aber ohne Zweifel mehr als nur einen Blick wert.

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