Nach dem guten "Species" und dem passablen "Species 2" folgt nun logischerweise "Species 3", auch wenn kaum einer noch damit gerechnet hat. Leider kann diese zweite Fortsetzung nicht mit den Vorgängern mithalten, was auch erklären dürfte, warum er nur auf DVD und nicht zuerst im Kino veröffentlicht wurde.
Kurz vor ihrem Tod schenkt die Mensch-Alien-Kreatur Eve (Natasha Henstridge) einer Tochter das Leben: Sara (Sunny Mabrey). Der Wissenschaftler Dr. Abbott (Robert Knepper) versteckt Sara in seinem Laboratorium. Besessen von der Idee, eine neue, perfekte Rasse zu züchten, braucht er Saras perfekten Organismus. An den wollen allerdings auch eine ganze Horde von Alien-Mischlingen aus den früheren Sexabenteuern der mörderischen Species-Kreaturen ran, weil sie an einem tödlichen Immundefekt leiden. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf, zudem Abbotts gutaussehender Assistent Dean (Robin Dunne) mehr und mehr Abscheut gegen die Experimente an der attraktiven Sara entwickelt...
Hatten die Vorgänger neben Natasha Henstridge (Maximum Risk) mit Michael Madsen (Kill Bill), Marg Helgenberger (Bad Boys) und Ben Kingsley (Schindlers Liste) mehr oder weniger noch Darsteller der Güteklasse A gehabt, so tummeln sich in "Species 3" eher Schauspieler der Güteklasse B bis C herum. Henstridge selber hat am Angang noch einen kurzen und blutigen Auftritt. Das wars dann aber auch von ihr. Als Nachfolgerin präsentiert man uns hier Sunny Mabrey (XXX: State of the Union), die zwar einen passablen Job macht und recht gut aussieht, aber nicht das Charisma von Natasha Henstridge besitzt. So wieso fehlt es im dritten Teil an einer Sympathiefigur a'la Preston Lennox. Da kann auch Robin Dunne (The Big Hit) nix mehr reißen, da er eher wie ein hilfloser Milchbubi wirkt. Auch Robert Knepper (Hostage) als Dr. Frankenstein für Arme wirkt blass und wird auch etwa ab Filmmitte schon abserviert. Dann ist noch Amelia Cooke (Tilt) als zweite Alien-Bitch und finaler Schurke zu sehen.
Beherrscht wird der Film eindeutig von nackten Tatsachen, viel Blut und einigen Ekeleffekten. Die nackten Tatsachen kann man noch durchgehen lassen, aber der Rest ist für die Tonne. Bis auf die Zweiteilung des Wachmannes und dem durchlöcherten Kopf des Toilettenopfers hat der Film an blutigen Abschlachtszenen nix zu bieten. Die Story an sich gestaltet sich dann auch von vorne bis hinten unlogisch und hirnrissig. So brauchen Dr. Frankenstein und Igor... ähm, Dr. Abbott und Dean lediglich den Genbaukasten im heimischen Hobbyraum hervor holen und die Experimente können beginnen. Viel Ahnung von Gentechnologie habe ich selber ja nicht, dennoch glaube ich kaum, dass so was einfach mal im Laborkeller gemacht werden kann. Und im Finale wird die feindliche Alien-Bitch mal eben in einen Reaktor geworfen. Man hätte die Regie eben einem erfahrenen Kinoregisseur und nicht Brad Turner (Mutant X), seines Zeichens TV-Serien-Filmer, übergeben sollen. So haben dann auch die Kulissen und Ausstattung nicht mehr das hohe Niveau der Vorgänger, sondern sehen eher danach aus, als wenn man an der örtlichen Uni und dem heimischen Keller gedreht hätte.
Aus einem dritten Teil der "Species"-Reihe hätte man mit einem ordentlichen Drehbuch sowie einem kinoerfahrenen Regisseur noch mehr herausholen können, doch stattdessen war man bei "Species 3" mehr aufs schnelle Geld durch die Bekanntheit der Vorgänger und Henstridges Namen aus. Schade, wenn die Geldgier der Produzenten mal wieder über die Interessen der Filmkonsumenten siegt.