Ich setze also meine Guinea Pig Verrissreihe fort.
Der dritte kehrt dem Konzept der beiden Vorgänger allerdings tatsächlich den Rücken zu und beinhaltet – man lese und staune – eine Handlung. In dieser will sich nämlich ein deprimierter, weil von allen verlassener Loser das Leben nehmen und stellt beim Aufschneiden seiner Pulsadern dummerweise fest, dass er irgendwie nicht sterben kann. Auch als seine Hand komplett abgetrennt ist, noch immer kein Anzeichen von Tod. Nach einigen weiteren Separationen taucht schließlich seine Ex-Freundin auf, die nur noch – wohlgemerkt lebendige – Einzelteile vorfindet. Nachdem sich der anfängliche Schrecken gelegt hat, tut sie das, was wohl jeder von uns in solch einer Situation tun würde: Putzen.
„He Never Dies“ ist also ein etwas abgefahrenes, schwarzhumoriges Kurzfilmchen, das zwar zuweilen etwas zu abgedreht und infantil daherkommt, aber trotzdem irgendwo zu unterhalten weiß. Die sinnlose Menschenverachtung der ersten beiden Teile bleibt zumindest aus, und so hat er sich seine vier Punkte redlich verdient.