Review

Suizidal-gute SFX


Während die ersten beiden „Guinea Pig“-Teile noch relativ straighter, realistischer, untergründiger Torture Porn waren, geht „He Never Dies“ völlig andere Wege. Zwar wieder im billigsten Videolook, mag man kaum glauben, dass es sich hier noch um dieselbe Reihe handeln soll... In „Guinea Pig 3“ erkennt ein ziemlicher Alleingänger, Verlierer und depressiver Büroangestellter bei einem zarten Selbstmordversuch, dass er nicht allzu lange blutet, keine Schmerzen fühlt und wohl nicht sterben kann - und genau in diesem ungewöhnlichen Fakt findet er Humor, gute Laune und fast schon so etwa wie neuen Lebensmut. Während er sich langsam aber sicher durchlöchert und zerstückelt...

„Guinea Pig: He Never Dies“ wagt etwas, geht endlich neue Wege (weil Teil 1+2 doch sehr nah beisammen lagen) und punktet mit seinem whacky-morbiden Humor sicher bei einigen Fans - ich konnte mit dieser augenzwinkernden Selbstverstümmelung allerdings wenig anfangen. Für mich ist das weder eklig noch bleibend, weder lustig noch grausam. Nur ein erweiterer Sketch, ein verkümmerter Splattersalat ohne Sauce und Esprit. Da blieben die verstörenden beiden Vorgänger doch deutlich länger bei einem. Nach denen blieb das Mediabook sogar erstmal gefühlt jahrelang neben dem Player liegen - das musste/wollte ich mir nicht in zu hohen Dosen geben, das waren echte Torture Porn-Urgesteine und -Wegweiser. Auch nicht wirklich gut und fragwürdig - aber immerhin in ihrer Boshaftigkeit und Dunkelheit fesselnd. „He Never Dies“ zog bei mir dagegen überhaupt nicht - abgesehen von der Message gegen Überarbeitung, Mobbing und „Scheintote“ am Arbeitsplatz, die ich absolut respektieren kann. Und natürlich weiterhin mehr als respektable Goreeffekte. Wenn sich unser „Held“ etwa das erste Mal die Pulsadern aufschneidet, sieht das im ersten Augenblick verdammt böse und echt aus. Und wenn es am Ende heißt: „Teste auch du, ob du schon ein „Unsterblicher“ bist!“, dann ist das genau der pechschwarze Humor, der mir gefällt. Bis dahin ist es allerdings ein langer Weg. 

Fazit: viel humorvoller und gesellschaftskritischer als seine Vorgänger - aber auch weniger schockierend, deutlich langweiliger und ziemlich banane. Der Humor zog bei mir leider gar nicht. Ein paar tolle, fiese Effekte - der Rest ist leider unlustig und... kacke. 

Details
Ähnliche Filme