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Zooey Deschanel spielt eine erfolglose Darstellerin, die eine hohe Geldsumme für die Liebesbriefe, die ihr Vater, gespielt von Ed Harris, einst verfasste, angeboten bekommt, da es sich bei diesem um einen berühmten Schriftsteller handelte. Sie sucht schließlich ihren Vater auf, der seit Jahren kein Werk mehr veröffentlicht und keinen Kontakt mehr zu ihr hat, und muss feststellen, dass dieser in einer Garage wohnt und, dass zu seiner Wohngemeinschaft ein merkwürdiger Musiker, gespielt von Will Ferrell, und eine ehemalige Studentin des Literaten gehören.

Nach dem Theaterstück des Regisseurs, Adam Rapp, entstand dieses kleine, eher unauffällige und unbeachtete Drama, das jenseits der Stereotypen vor allem durch seine skurrilen aber liebenswerten Charaktere punkten kann. Angefangen bei der Hauptfigur, die zunächst des Geldes wegen ihren Vater aufsucht, zu dem sie seit Langem keinen Kontakt mehr hatte, dann aber doch wieder Gefühle für diesen entwickelt, über den Vater selbst, der sich über die Jahre stark verändert hat, nun in einer Garage lebt und darüber hinaus das Schreiben schon seit Jahren aufgegeben hat, bis hin zu den beiden nicht minder skurrilen und sympathischen Mitbewohner, die ebenfalls sehr interessant konstruiert sind.

Damit kommt "Winter Passing" sehr sympathisch daher, zumal auch der Plot auf ein emotionales, tragikomisches Grundgefühl ausgelegt ist, genauso, wie die restliche Machart, über die ruhige Musik, bis hin zu den zahlreichen dramaturgischen Höhepunkten, die sehr mitreißend daherkommen, sodass der Film durchaus sehenswert ist.

Auch der Cast ist in diesem Zusammenhang stimmig gewählt. So ist die sympathische und jederzeit souverän aufspielende Zooey Deschanel in der Hauptrolle sehr gut besetzt, während die Nebendarsteller sogar noch stärker agieren. So ist Will Ferrell sichtlich in bester Spiellaune, überzeugt in seiner skurrilen Figur gänzlich und verzichtet auf sein sonst relativ störendes Overacting und auch Ed Harris, der die Rolle des kauzigen, ehemaligen Schriftstellers ebenfalls hervorragend auf die Leinwand bringt, hat sichtlich Spaß am Spiel.

Trotz seiner sympathischen Machart und der dramaturgischen Spitzen, ist "Ein Winter in Michigan" ein sehr unauffälliges Drama, das nach dem Ansehen relativ schnell wieder vergessen ist, denn für die ganz großen Momente reicht es leider nicht. Dafür ist das Erzähltempo ein wenig zu eintönig gewählt und der Plot nicht zielstrebig genug auf einen wirklich starken, kraftvollen Abgang ausgelegt. Außerdem gewinnen die skurrilen Figuren nicht derart deutlich an Profil, das ihr Schicksal auch über den Abspann hinaus fesseln kann.

Fazit:
"Ein Winter in Michigan" ist ein unauffälliges, kleines Drama, das schnell gesehen und ebenso schnell wieder vergessen ist, mit seinen liebenswerten und skurrilen Charakteren, der emotionalen Familiengeschichte, den guten Darstellern und seinem sympathischen Grundeindruck aber auf jeden Fall das Ansehen wert ist.

63%

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