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Interessante, aber etwas offene Mischung aus Polizeithriller und Liebesdrama, dass das Regiedebüt von Francis Ng darstellt, einem von HKs zuverlässigsten und überzeugendsten Schauspielern, der hierbei auch die Hauptrolle übernahm; wobei in dem Fall vielleicht faszinierender gewesen wäre zuzusehen, wie er einen anderen Schauspieler in der auffallenden Darstellung führt.

Ng spielt den Cop Ko Chin Man, Spitzname „Smashhead“, der in der Anfangsszene auf einer Fähre einen Verbrecher erschiesst und dann einen vermeintlichen zweiten erst eine Weile jagt und ihn dann ins Wasser drängt; dem offensichtlich Unbeteiligten brüllt er dann noch zu, er soll ja seine weggefallene Essschüssel aus dem Wasser holen, die FCKW - Phobie ist nur eine seiner ausgeprägten Züge.
Bei der späteren Vernehmung vor der Internen kommt auch ein früherer Vorfall zur Rede, Ko hatte aus Versehen eine weibliche Geisel erschossen. Dabei deckte ihn sein Vorgesetzter Officer Kar [ Fredric Mao ], dem er dann einige illegale Gefallen schuldete und diese auch ohne Gewissensbisse erledigte, spätestens nach dem Tod seines Partners Fatty Chuen lebt Ko alleine und extensiv in seiner eigenen Welt, selbst ein gesprungener Suizid direkt über seinem Kopf fällt ihm da nicht weiter auf.

Kurzzeitige Hilfe und Aufklärung seines Zustandes kommt in Form der Psychiaterin Dr. Carmen Leung [ Christine Ng ], die er während der Aktion auf der Fähre kennen lernte und die ihn ebenso langsam öffnen kann wie er sie. Beider Zutrauen und Vertrauen zueinander muss erst mal gewonnen werden, eine anfängliche Hypnose scheitert bei ihm, da er nicht einmal zu einem Handschlag bereit ist; sie kann allerdings selber wenig geben, sondern muss anfänglich alle Zügel unter Kontrolle haben. Nach und nach nähern sie sich an, sie erfährt warum er überhaupt Polizist wurde und auch mehr über seinen Partner, bis dann auch der wahre Mörder zum Vorschein kommt.

Der Film steigt zwar relativ schnell ein und stellt die beiden wichtigsten Personen in der ersten Szene vor, zeigt dann aber lange nicht auf, in welche Richtung er sich entwickelt, lange wird auch verschwiegen, worum es überhaupt geht. Nach dem ersten Drittel sind die Macken nicht vorhersehbar, aber einem doch vertraut.; seine Beziehungen zu anderen Personen auch so weit aufgezeigt und geklärt. Man kann nicht sagen, dass der Film danach wirklich in Fahrt kommt, zum einen ist der Kontakt zwischen Ko und Leung ein sehr behutsamer und ruhig erzählter, zum anderen arbeitet die Regie zwischenzeitlich mit verschiedenen Zeitebenen, die die Umstände des Absinkens von Ko gedanklich etwas verwirrend porträtieren und beileibe nicht alles aufzeigen, was man wissen möchte und für eine wirkliche Bindung auch benötigt.

Die Regie ist abgesehen von einigen gelungenen speziellen Kameraeinstellungen und dem zeitweillig offensiven Slowmotion – Gebrauch auch recht einfach und gerade gehalten; es wird nicht versucht, gleich zu viel hineinzuwerfen, zuviel auszuprobieren. Zugute kommt dem innerhalb 2 Wochen abgedrehten Werk auch die Darstellung, wobei vor allem Ng in seiner Paraderolle als impulsiver und übertriebener Charakter die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sein getanzter Strip auf einer Feier zeigt sein Gockelverhalten am besten auf. Die anderen Schauspieler sind mehr oder weniger nur für die Funktion da, warum gerade Amanda Lee als Ko’s Freundin Mandy in dem Jahr für Best Supporting Actress nominiert wurde, bleibt ein Rätsel, die beiden Cat 3 Szenen mit ihr im Treppengang sind die unnötigsten im ganzen Film.

Getreu einem Erstling wirkt der Film nicht wirklich ausgereift, schafft es aber, einige interessante Aspekte anzusprechen; jetzt muss es Regisseur Ng nur noch lernen, sie dann auch zu erzählen.

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