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Nach dem erfolgreichen *Telefonzellen-Thriller* "Nicht auflegen!" nach einem Drehbuch von Larry Cohen, verarbeitete Autor Chris Morgan Cohens Idee zu einem konzeptionell ähnlich gestrickten Thriller mit dem Unterschied, dass das klaustrophobische Szenario von "Nicht auflegen" auf das weitläufige Spielfeld der Stadt Santa Monica verlegt wurde, womit Hauptakteur Chris Evans sowohl mit den alltäglichen Tücken der hektischen Großstadt als auch mit den Nachteilen des technischen Fortschritts zu kämpfen hat, was "Final Call" zusätzlichen Reiz verleiht.

Das Grundprinzip der Handlung von "Nicht auflegen" wird in "Final Call" erneut aufgegriffen und mit diversen Neuerungen rasant in Szene gesetzt: Kim Basinger übernimmt dabei Colin Farrells Part und spielt Jessica Martin, das Opfer einer Entführung, dass in einem Versteck mit Hilfe der Überreste eines zerstörten Festnetz-Telefones eine Verbindung zum Handy von Ryan, einem jungen Sunnyboy,  herstellen kann und ihn um Hilfe bittet.

Während "Nicht auflegen!" fast die komplette Laufzeit in einer Telefonzelle gespielt hatte, in der Farrell von einem Scharfschützen zur Teilnahme an einem perfiden Psychospiel gezwungen wurde, beginnt in "Final Call" mit Jessicas Anruf für Ryan eine nervenaufreibende Tour-de-force, bei der die Leitung nicht unterbrochen werden darf - ein schwieriges Unterfangen bei diversen Funklöchern oder dem allseits beliebten Klischee des leeren Akkus...

Ohne lange Einleitung steigt "Final Call" gleich nach 3 Minuten ins Geschehen ein und setzt von nun an ununterbrochen auf Spannung, Dramatik und schnelles Tempo - ohne dabei durch übertrieben hektische Schnittfolgen für Schwindelattacken beim Zuschauer zu sorgen.
Regisseur David R. Ellis hält sich nicht mit belanglosen Nebensächlichkeiten auf, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche der Handlung, peitscht diese zügig voran, und hetzt seine sympathischen Hauptdarsteller von einer brenzligen Situation in die nächste.
Vor allem überzeugt der rasante Actionthriller mit gut dosiertem Humor und einem bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt und glaubwürdig ausgewählten Cast.
William H. Macy - auf unscheinbare Allerwelts-Charaktere abonniert - überzeugt als Officer mit dickem Schnauzbart und strenger Seitenscheitel-Frisur ebenso wie Chris Evans als unfreiwilliger Held, der über sich hinauswächst, um das Leben von Jessicas Familie zu retten.
Des Rätsels Lösung um die Entführung und der Handlungsstrang mit den korrupten Cops ist zwar nicht neu und vorhersehbar - doch das tut dem Unterhaltungswert keinen Abbruch.

Mit "Final Call" gelang Regisseur Ellis mit minimalen Aufwand und angenehm altmodisch inszenierten Actioneinlagen eine aufregende Story zu inszenieren, bei der es weder an Spannung, Dramatik oder Humor mangelt. Der gelungene Soundtrack rundet das perfekte Filmvergnügen ab.

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