Thriller-Spezi Harold Becker verhalf Al Pacino mit “Sea of Love” zu einem tollen Comeback, das weniger durch Hochspannung als durch einen glänzend aufgelegten Cast zu gefallen weiß.
Denn nach den anfänglichen Morden entwickelt sich keine Hetzjagd auf den Killer, der Film schildert zunächst die Lebensumstände des ausgebrannten Detectives Frank Keller, der sein Leben satt hat und seine Probleme im Alkohol ersäuft. Das sieht fast wie in einem Drama aus und wird dank Pacino zu keinem Zeitpunkt langweilig. Als ihm dann Sherman zur Seite gestellt wird und beide beginnen, mithilfe von Zeitungsannoncen zu ermitteln, kommt eine Menge Humor ins Spiel, was vor allem dem immer sympathischen John Goodman zu verdanken ist. Erst als Frank schließlich die geheimnisvolle Helen (erotisch: Ellen Barkin) kennen lernt, blitzt die Frage nach dem Täter wieder auf, was allerdings weniger spannend ist. Denn Helen kann es einfach nicht sein, ihre Lebensumstände mit Tochter etc. machen das unmöglich, sodass der wirkliche Psychopath in einem recht platten Finale offenbart wird.
Abgesehen davon, dass „Sea of Love“ keine Preise für Innovation einheimsen kann, ist man doch prima unterhalten, da die Schauspieler, allen voran mal wieder ein überragender Al Pacino, absolut zu gefallen wissen. Deshalb ein kurzweiliger und humorvoller Thriller, der sich selber nicht allzu ernst nimmt.