Nach einem Autounfall wird die Staatsanwältin Katie DeMaio aufgrund der Überbelegung des Krankenhauses in der an das Hospital angerenzenden Fruchtbarkeits-Klinik des renomierten Frauenarztes Dr. Edgar Highley untergebracht, der sie aufgrund ihrer besorgniserregenden Blutwerte sogar prompt als Patientin annimmt. Kurz darauf erfährt Katie von ihrer Schwester Molly, dass deren Nachbarin Benji Lewis, die sich ebenfalls in Behandlung bei Dr. Highley befunden hat und im siebten Monat schwanger gewesen ist, vermeintlich Selbstmord begangen haben soll. Wie sich herausstellt, ist Chris Lewis, der Ehemann der Verstorbenen, jedoch nicht allzu betrübt über das Ableben seiner Frau, denn dieser hat nebenbei noch eine Affäre am Laufen und damit auch ein passendes Motiv für einen Mord, den er als Suizid getarnt haben könnte. Dann kommt es plötzlich zu weiteren mysteriösen Todesfällen, die allesamt mit Dr. Highley in Verbindung zu stehen scheinen, der offenbar unkoschere Experimente mit abgetriebenen Föten betreibt... Bereits 1983 wurde Mary Higgins Clarks Roman-Vorlage "The Cradle Will Fall" schon einmal als mittelprächtiges Fernsehfilmchen adaptiert, welches hierzulande unter dem Titel "Satan in Weiß" gelaufen ist, und so macht es ja durchaus Sinn, jenen Streifen nun zum Vergleich heranzuziehen, zumal dieser die Messlatte ja auch mal echt nicht unerreichbar hoch gelegt hatte... doch die 2004er-Version des Stoffes schafft es doch tatsächlich mühelos, unter dieser aufrecht durchzuwatscheln. "Wo waren Sie, Dr. Highley?" ist nämlich noch weitaus weniger Suspense-lastig und erheblich spannungsloser geraten als jene erste Verfilmung, doch dafür nun - in Hinblick auf die Zielgruppe? - erheblich Soap-Opera-mäßiger als diese. Wer da nun bei den in der kurzen Inhaltsangabe erwähnten "Experimenten mit abgetriebenen Föten" große Ohren gemacht hat, dem sei gesagt, dass diese inhaltlich keine große Rolle spielen und schon gar nicht in Genre-Manier ausgeschlachtet werden, sondern die Angelegenheit sogar eher noch sehr viel mehr in Richtung einer reinen Schmonzette rücken... ganz schön beknackt, irgendwie. Einen ziemlich hohen Beknacktheits-Grad darf man da übrigens auch der Protagonistin unterstellen, die sich da auch weiterhin in Behandlung bei einem Arzt begibt, der irgendwie in die Mordfälle verwickelt zu sein scheint, die sie gerade untersucht und auch ohne große Bedenken die Pillen schluckt, die er ihr in die Hand drückt, was mir persönlich ja mal irgendwie nicht so smart vorkommt. So ist das alles leider im zweiten Durchgang bestenfalls nur noch ein unterdurchschnittlicher TV-Film ohne großen Unterhaltungswert, aber dafür mit vielen schieren Quatsch-Momenten geworden, die sicherlich direkt aus der Vorlage extrahiert wurden. Erwärmen kann man sich hier allenfalls noch für Parade-Rotschopf Angie Everhart, die als zugeknöpfte Staatsanwältin aber leider auch nicht mehr so hot ist, wie ein paar Jahre zuvor noch als Ober-Vampirin in "Bordello of Blood". Kurzum, "Wo waren Sie, Dr. Highley?" lässt "Satan in Weiß" aussehen wie einen waschechten Hitchcock-Klassiker... ein starkes Ding...!
3/10