Schockierender Film!
SPOILER.Der zweite Teil der Todestrilogie von Nacho Cerda (der eigentlich Ignacio Cerda heißt, dessen Vater ihm aber diesen Spitznamen gab), der sich mit dem physiologischen Teil des Todes beschäftigt: Der Pathologie. Das führt dazu, dass die erste Hälfte des Films eher dokumentarisch daherkommt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, unterhielt sich Nacho ausgiebig mit einer Pathologin, die ihn auch an einem Seminar teilnehmen ließ, wo er sich ein genaues Bild dieses grausamen, aber notwenigen Vorganges machen konnte. Um das Ganze perfekt zu machen, wurden auch keine Sets aufgebaut. Stattdessen mietete man eine echte Pathologie, weswegen nur zu bestimmten Zeiten gedreht werden konnte. (14.00 bis 1.00) Insgesamt dauerte der Dreh 9 Tage.
Für die Special Effects, für die ¼ des Budgets draufging, war die Firma „DDT“ zuständig, und sie haben reife Leistung erbracht. Man investierte so viel es ging, doch das Geld war begrenzt, weswegen nur 2 Leichenpuppen herangeschafft werden konnten. Die Rolle der dritten Leiche musste ein billigerer Schauspieler übernehmen, an dem entsprechend weniger rumgeschnippelt wird.
Noch ein paar Schauspieler mehr sind am Start, ihre Arbeit beschränkt sich aber auf Mimik und Gestik, sowie Bewegungen, in dem Film wird kein Wort gesprochen. Entsprechend unnötig war meine anfängliche Wut darüber, dass der Wechsel von der spanischen zur deutschen Sprache auf der DVD nicht funktionierte Der Hauptdarsteller des Ganzen ist Pep Tosar, der eigentlich Theaterschauspieler war. Für die Rolle in „Aftermath“ musste er einen kranken Pathologen spielen, der nekrophile Ansätze zeigt.
Die Story ist schnell erzählt: Zunächst wird das Aufschneiden zweier Männerleichen gezeigt, dann kommt eine bei einem Autounfall um’s Leben gekommene junge Dame in die Pathologie. Der Pathologe schließt die Tür ab, und macht mehr mit ihr als mit den anderen Leichen...
5 Tage drehte man an den Männerleichen, die restlichen 4 an der Frauenleiche. Diese sollte ursprünglich Martha Salero heißen. Das Problem: Zur gleichen Zeit starb tatsächlich (ungelogen) eine Frau mit diesem Namen an einem Autounfall. Also musste man den Namen umändern zu Marta Arnau Marti, was allen Beteiligten ein unwohles Gefühl hinterließ.
Der Film beinhaltet überdurchschnittlich viel Blut und dürfte den härtesten von uns einigermaßen auf den Magen schlagen. Am intensivsten kommt da sicherlich die finale Vergewaltigungsszene (die Pep Tosar als die härteste Szene bezeichnet, die er je gedreht hat) zu tragen, die einige Schwierigkeiten mit sich brachte: Aus Angst, dabei erwischt zu werden (denn die „Vermieter“ der Pathologie wussten nicht, was genau gedreht wird), wollte die Produktionsmanagerin keine Verantwortung übernehmen und wurde deswegen ausgebootet. Eine weitere Szene, in der der kranke Pathologe seinem Opfer ein Messer in die Vagina rammt, wurde ebenfalls entschäft, weil die Bedenken innerhalb des Teams zu groß waren.
Obwohl der Film sehr hart ist in seinen 30 Minuten ist er nicht das „Maximum der Brutalität“. Erster Beleg: Die erwähnte entschärfte Messerszene. Zweiter Beleg: Ursprünglich sollte noch eine Szene gedreht werden, in der der Pathologe Analsex mit der Leiche hat. Diese scheiterte jedoch an der Zeitkomponente. Es wurde außerdem eine weitere Szene weggeschnitten, in der der Pathologe die Silberimplantate seiner Opfer stiehlt.
Nachdem die Sauerei in der Pathologie zu Ende ist, sieht man final, wie der Pathologe zu Hause seinen Hund mit dem Herzen von Marta füttert. Beim Drehen dieser Szene gab man dem beteiligten Hund einen Tag lang nichts zu essen, damit er gierig auf das Essen losging. Das Ganze wurde im Haus der Eltern von Ignacio Cerda gedreht.
Gore ist also zahlreich vorhanden, trotzdem möchte Cerda seinen Film nicht als Gorefilm verstanden wissen: Gore ist für ihn mit Spaß verbunden, und da dieser Film nicht spaßig ist, ist er auch kein Gorefilm. Er hat ganz bewusst auf die Spaßkomponente verzichtet, damit der Film härter ist.
Fazit: „Ich wollte, dass sich das Publikum unwohl fühlt. Von jetzt, bis zum Ende seines Lebens.“ Das sind Cerdas Worte, warum er diesen Film gedreht hat. Tatsächlich führen einige Goreelemente und die Sickness des Pathologen wirklich zu einem unwohlen Gefühl bei dem Zuschauer. Fast künstlerisch ist dieser Film, die Spezialeffekte erschreckend stark. Eine halbe Stunde entführt uns Ignacio Cerda in die tiefen der menschlichen Psyche. Das sollten sich nur Leute anschauen, die soetwas schonmal live gesehen haben, oder hartgesotten sind. Wirklich. Der Film ist aber auf jeden Fall ganz stark umgesetzt und hat sich 8 Punkte verdient, wie ich finde. Euer
Don