The Heat is On - Angriff der Quasselstrippe
Und da gibt es doch tatsächlich Leute die behaupten, die achtziger Jahre seien langweilig gewesen. Cineastisch waren sie es auf gar keinen Fall, denn sie bescherten nicht nur All-Time-Megastars wie Robert De Niro ("Es war einmal in Amerika") und Al Pacino ("Scarface") eine große Zeit, nein sie zauberten auch ein völlig neues Gesicht auf die Leinwand - nämlich das des bis dahin gänzlich unbekannten Eddie Murphy.
Murphys Aufstieg begann furios: mit dem 1982 erschienenen Kracher "Nur 48 Stunden" erquasselte er sich die Gunst des Publikums, ein Jahr später konnte er mit "Die Glücksritter" sogar noch einen drauflegen. Der im Jahre 1984 erschienene "Beverly Hills Cop" hielt die Klasse und der neue Star galt als etabliert.
Die Story von "Beverly Hills Cop" hat nichts atemberaubendes, ist jedoch grundsolide:
Detective Axel Foley (Eddie Murphy), Angehöriger der Detroiter Polizei, erlebt eine angenehme Überraschung. Sein Jugendfreund Mikey Tandino (James Russo), sechs Monate zuvor aus dem Knast entlassen, reist aus Beverly Hills an, um Foley zu besuchen. Als die beiden nach einem zünftigen Besäufnis in Foleys Wohnung zurückkehren, wird Foley von Unbekannten niedergeschlagen, sein Freund wird erschossen.
Foley beginnt sofort mit den Ermittlungen. Klar das er dort anfängt, wo sein Freund herkam, nämlich in Beverly Hills. Dank seiner unorthodoxen Ermittlungsmethoden hat der pfiffige Detective mit der großen Klappe schnell eine heiße Spur. Doch damit scheucht er nicht nur die Mörder seines Freundes auf, auch der Polizei von Beverly Hills ist er ein Dorn im Auge. Um das Schlimmste zu verhindern beauftragt man zwei Detectives (Judge Reinhold; John Ashton) damit, auf den quirligen Wirbelwind aus Detroit aufzupassen. Doch der läßt sich davon nicht beeindrucken...
"Beverly Hills Cop" ist genauso temporeich wie die Klappe seines Hauptdarstellers. Eddie Murphys Geschnatter ist immer für einen Lacher gut und auch die "Dienst-nach-Vorschrift-Masche" des Duos Reinhold/Ashton kommt gut an. Am witzigsten sind jedoch die Szenen, in denen Eddie Murphy seinen Dickkopf durchsetzt und deshalb eine tolle Maskerade auffährt: so gibt er sich, je nach Bedarf, als Zigarettenschmuggler aus, wird plötzlich zum Zollinspektor oder Roling-Stone-Reporter. Sogar die Rolle des homosexuellen Lustknaben ist vor ihm nicht sicher.
Ein paar Routine-Actioneinlagen, eine tolle Kameraführung vor der sonnendurchfluteten Kulisse von Beverly Hills und ein toller Soundtrack runden den Film ab. Besonders das "Axel-F-Thema", ein instrumentales Musikstück das immer dann angespielt wird wenn Foley in Aktion tritt, ist Legende geworden; damals nannte man es Funk, heute würde es vielleicht als Technoverschnitt durchgehen. Aber auch Lieder wie Glen Freys "The Heat is On" oder Petti La Belles "Stir it Up" sorgen für den richtigen 80er- Jahre-Charme, die meisten Ü-30er werden diese Musik lieben.
Für Eddie Murphy bedeutete dieser dritte Blockbuster in Folge übrigens schon wieder fast das Ende seiner erfolgreichen Karierre als Superstar. Zwar folgten '86 mit "Auf der Suche nach dem goldenen Kind" und '88 mit "Der Prinz aus Zamunda" noch zwei relativ erfolgreiche Auftritte, doch dann ging's steil bergab. Zeiten ändern sich.
Fazit:
"Beverly Hills Cop" ist eine flotte Actionkomödie mit guter Musik, ordentlichem Drehbuch und einer einigermaßen spannenden Story. Außerdem erlebt der Zuschauer hier einen Eddie Murphy in Hochform. Absolut sehenswert.