Review

Two in One....so lässt sich der Plot von "From Dusk Till Dawn" trefflich beschreiben.

Denn der Streifen ist ein Genrebastard erster Kajüte. Während der ersten Hälfte ein hartes, bisweilen sehr brutales und zynisches Roadmovie um die Gecko Brüder (Clooney und Tarantino) die nach einem Banküberfall mit Geiselnahme auf der Flucht nach Mexico sind. Die beiden sind in ihrer Psyche recht verschieden, Seth (Clooney) der klar denkende, analytische Typ, der mit Plan versucht die beiden bis nach Mexico zu bringen. Richard (Tarantino) der psychopathische, von kruden Wahnvostellungen Getriebene, der durch sein brutal – unberechnbares Verhalten diese Flucht mehrfach fast zum scheitern bringt.

Als die beiden dann den vom Glauben abgefallenen Geistlichen Jacob Fuller (Harvey Keitel) samt Kindern in ihre Gewalt bringen um in deren Wohnmobil die Grenze nach Mexico zu passieren, nimmt der Wahnsinn vollends seinen unaufhaltsamen Lauf.

Und hier beginnt Teil zwei des Films. Ziemlich genau nach der Hälfte der Laufzeit.

Nachdem die Grenze nach Mexico überschritten ist, beschliesst Seth Gecko die Nacht in dem Nachtclub "Titty Twister", der am Rande der Wüste liegt, bis zum Morgen zu überbrücken, um sich dann mit dem mexikanischen Oberganoven zu treffen, der ihnen gegen Beteiligung an dem Geld aus dem Banküberfall einen dauerhaften Unterschlupf in Mexico sichern soll. Geht es anfänglich im "Titty Twister", der übrigens "from Dusk till Dawn" geöffnet hat, noch zu wie in einem normalen Stripschuppen, entpuppen sich die Betreiber des Etablissements alsbald als Vampire im totalen Blutrausch, die die anwesenden Gäste der Reihe nach dezimieren. Was folgt ist eines der übelsten Gemetzel der Filmgeschichte und wer dabei draufgeht und wer schlussendlich überleben darf soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur soviel; Selma Hayek legt einen Tanz hin, der die Mattscheibe zum Implosion bringen kann!!

Tarantinos Drehbuch trägt ebenso seine klare Handschrift wie Rodriguez‘ Regie. Tarantino hat halt definitiv ein Ding zu laufen. Und wäre er kein Filmemacher geworden, wäre er höchstwahrscheinlich ein irrer Massenmörder. Rodriguez‘ Bildersprache ist unverblümt brutal, nichts wird angedeutet oder kaschiert. Immer direkt zwischen die Augen. Das CGI ist auf der Höhe der damaligen Zeit und mit Kunstblut und allerlei grünlich – gelbem Vampirschleim wird nicht gegeizt.

Freilich sollte man keinen tieferen Sinn in der Story suchen, zumal der Glaubenskonflikt den Harvey Keitel zu führen hat nur angedeutet wird.

Die Darstellerleistungen sind solide, wobei Clooney aber ganz klar das beste Ende für sich hat. Tarantino als Psycho wirkt stellenweise doch sehr plakativ und Keitels Rolle gibt nicht allzuviel Spielraum für dessen Fähigkeiten. Selma Hayek tanzt gekonnt und fletscht die Beisserchen – that’s it. Der Rest der Riege bleibt mehr oder weniger Staffage. Nettes Highlight am Rande ist die Szene in der Cheech Marin – übrigens in einer Dreifachrolle zu sehen – als Anheizer vor dem Club die diversen "Pussy’s" anpreist.

Was bleibt ist ein sehr unterhaltsamer, wenn auch brutaler und bisweilen unappetitlicher Shocker, der am meisten durch den überraschenden Twist innerhalb der Story überzeugt.

Allerdings sollte man auf die indizierte Originalfassung zurückgreifen, da alle 16er Versionen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt sind.

Schwer zu bewerten, da der Streifen nichts wirklich Innovatives bietet und auch ansonsten

den Hype der um ihn gemacht wurde/ wird nicht unbedingt rechtfertigen kann.

Aber weil er keine Sekunde langweilt geb ich 7 von 10.

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