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„From Dusk Till Dawn“ zeugt klar von der Handschrift seiner Macher Quentin Tarantino (Buch) und Robert Rodriguez (Regie).
Es beginnt in dem Schnapsladen „Bennys World Of Liquor“. Der Besitzer Benny und ein Texas Ranger unterhalten sich, aber eine weiß der Ranger nicht: Die entflohenen Gangsterbrüder Richie (Quentin Tarantino) und Seth (George Clooney) halten sich in dem Laden versteckt und bedrohen Benny. Durch einen unglücklichen Zufall kommt es zu einem Blutbad an dessen Ende Benny und der Ranger tot sind und der Laden in die Luft fliegt. Dabei beweist „From Dusk Till Dawn“ Sinn für makaberen Humor: Denn wenn der brennende Benny in einen Stand mit Mais kracht und plötzlich Popcorn spritzt, dann ist das zwar menschenverachtend, aber sehr lustig.
Die weitere Story wird immer nebensächlicher und beschreibt die Odyssee von Richie und Seth bei dem Versuch die Grenze zu erreichen. Hierzu werden der vom Glauben abgefallene Priester Jacob Fuller (Harvey Keitel) und seine Kinder Scott (Ernest Liu) und Kate (Juliette Lewis) wegen ihres Wohnmobils zwangsrekrutiert. Hier geht die Reise auf die typische Tarantino-Art weiter: Die Figuren führen groteske und komische Dialoge, während ständig eine Atmosphäre der zum Ausbruch bereiten Gewalt vorliegt.

In der zweiten Hälfte wird „From Dusk Till Dawn“ klar zum Kind von Rodriguez: Die Gecko-Brüder und ihre Geiseln steigen in der Bar „Titty Twister“ ab. Doch bald merken die Barbesucher auf schmerzliche Weise, dass die Betreiber vom Türsteher Chet Pussy (Cheech Marin) über den Barmann Razor Charlie (Danny Trejo) bis hin zu der Tänzerin Santana Pandemonicum (Salma Hayek) Vampire sind und erwehren sich in einer blutigen Schlacht ihrer Haut...
„From Dusk Till Dawn“ ist inzwischen zum Kultfilm avanciert, auch wenn er sehr oft überbewertet wird. Doch die Geschichte der Geckos und ihrer unfreiwilligen Verbündeten besitzt trotz einiger arger Geschmacklosigkeiten einen großen Unterhaltungswert.
Der Humor ist schräg, mal mehr Tarantino, mal mehr Rodriguez. Wobei der Rodriguez-Anteil besser gefällt, vor allem der saukomische „Pussy“-Auftritt von Cheech Marin. Allerdings sollte man den Film für den richtigen Spaß zu mehreren gucken.

Aber mehr Lachen kann man über den Fun-Splatter-Part in der zweiten Hälfte. Die Vampire werden auf kreative Weise um die Ecke gebracht: Da kugeln Augen in die Billardtischlöcher und die Vampire verbrennen aufs Stichwort.
Die Story (Grundidee stammt übrigens von Robert Kurtzman) ist Nebensache und ohne große Spannung, aber verschwindet sowieso hinter der lautstarken Inszenierung. Zumal der handlungsarme Kampf im „Titty Twister“ einen Großteil des Films einnimmt.
Die Schauspieler sind unterschiedlich gut. Tarantino nervt etwas mit seinem aufgesetzten King Of Hollywood Gehabe. Der coole George Clooney kann da mit Zurückhaltung schon sehr viel mehr glänzen, ebenso Charakterdarsteller Harvey Keitel. Juliette Lewis ist auch wenig überzeugend; doch die Gastauftritte von FX-Meister Tom Savini und von den Rodriguez-Spezies Hayek, Trejo und Marin trösten darüber hinweg.

Rodriguez punktet auch auf dem Gebiet, auf dem er einfach am besten ist: Dem Wüstenflair. Ähnlich wie schon in „El Mariachi“ und „Desperado“ ist seine Stimmung wirklich heiß und hitzig und kommt gut rüber.
Trotzdem sollte man „From Dusk Till Dawn“ nicht überbewerten. Es handelt sich zwar um lustigen Fun-Splatter, aber Handlung ist ein Fremdwort und so bleibt eine lustige Revue schräger Gags.
Die Effekte sind schräg und übertrieben, aber recht gut. Sie stammen von der KBN FX-Group, deren Mitglieder Tom Savini (Gastauftritt als Sex Machine) und Robert Kurtzman (Grundidee), wie bereits gesagt, auch schon in anderen Bereichen an „From Dusk Till Dawn“ mitgearbeitet haben.

„From Dusk Till Dawn“ ist ein wirklich witziger Fun-Splatter, der zwar in den Punkten Handlung und Spannung große Schwächen besitzt, aber sehr gut unterhält.

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