Review

+++Spoiler vorhanden+++

Man ist ja einiges gewohnt von Robert Rodriguez. Man kennt seinen Stil, seine Methoden und auch grösstenteils seine Schauspieler. Personen wie Salma Hayek, Danny Trejo, Tom Savini und auch Quentin Tarantino tauchen immer wieder in seinen Produktionen auf, ob vor oder hinter der Kamera. Und bei 'From Dusk till Dawn' ist das nicht anders. Anders is nur, dass sich 'From Dusk till Down' trotz der vielen Similitäten doch erfrischend neu und vor allem als viele seiner Produktionen, die eben diese Ähnlichkeiten aufweisen.

Die Story, die Brüder Seth und Richard Gecko müssen nach einem Raubzug Geiseln nehmen und nach Mexiko fliehen, wobei sie an einer seltsamen Kneipe haltmachen, in der Vampire auf sie warten, passt natürlich perfekt ins Bild. Die sandige Umgebung, das düstere Motel und die freakige Kneipe ("Titty Twister") runden den Gesamteindruck gut ab, fallen jedoch fallen äußere Locations nur in der ersten Hälfte richtig auf. In der ersten Filmhälfte haben wir noch diese ironischen Actionthriller-Roadmovie-Mix mit halbwegs plausibler Story, die an detaillierter Brutalität, die die CHarakter der Brüder u.a. auszeichnet, keinen halben Sachen zeigt. Neben dieser Brutalität zeigen sich die Brüder, vor allem Seth, sehr wortwitzig und durchaus clever, während Richard auch als pervers einzustufen ist. Die Geiseln, ein Ex-Priester und seine Kinder verhalten sich im Verlaufe des Films auch sehr gewandt und erstaunlich locker. Mit diesen Personen bekommt man in der ersten Dreiviertelstunde einen mehr oder weniger durchschnittlichen Thriller zu sehen.

Dann, ab der Ankunft im "Titty Twister", wechselt das Genre des Films vom Roadmovie über die erotische Komödie bis schliesslich hin zur bitterbös-makabren, blutigen Vampirmetzelei. Denn sobald Salma Hayek fertig mit dem Schlangentänzichen ist, geht das Gemetzel los, das die Gebrüder und die Pastorsfamily mit einiger weniger Unterstützung durchleben müssen.

George Clooney als Seth und Quentin Tarantino als Richard passen wirklich perfekt, wenn man so will, als Bruderpaar, wobei Clooney den cooleren Part spielt und diesen auch gut rüberbringt. Vor allem am Anfang des Films spielt Tarantino gut intensiv, denn ein im Grunde abgrundtiefer Widerling ist zu erkennen, der am Ende - so viel kann ich wohl vorwegnehmen - nicht lange durchhält.
Clooney in einer seiner ersten großen Leinwandrollen un Tarantino, auch eher selten als Schauspieler zu sehen, geben den Schauspielern das gewisse Etwas, das Kultige, was viele immer noch an 'From Dusk till Dawn' begeistert. Doch auch Harvey Keitel als Priester weiß zu überzeugen, auch wenn ich seinen Kindern kaum etwas agbewinnen kann.

Der Kulteffekt wird noch verbessert durch die klasse gestaltete Kneipe und die Massen vom Vampiren, von denen viele mit ultracoolen Methoden "getötet" werden. Dies findet zwar nicht statt unter absoluter Hochspannung, Gruseleffekte gibt es dennoch einige, auch wenn das letzte Filmviertel mehr in eine Actionschlacht ausartet. Sowohl religiöse Figuren und vorsätzlich klischeemäßige Bekämpfungsmaßnahmen als auch unkonventielle Methoden, wie z.B. Seth's self-made Bohrer, werden verwendet, um den vampiren Einhalt zu gebieten, die nicht lange fackeln und in jeden Körper beißen, den sie erreichen können. Doch auch die "Guten", vor allem die Barkeeper sind gar nciht zimperlich und gehen äußerst brutal zu Werke. Letztlich auch erfolgreich, wie sich dann herausstellen wird.

Der Stab Rodriguez' macht seine Sache wie immer sehr gut. kamera- und Schnittechnik sind echt klasse und sorgen für die nötige Rasanz, vor allem im zweiten Teil. Ein Horrorfilm ensteht zwar nicht, aber ein schnelles Vampirchaos, das von charismatischen Haupakteuren getragen wird.
Die Musik von Tito Tarantula passt exakt in die Kneipe und ihre Umgebung, und eine skurrile Band heizt einem in der Kneipe ein. Insgesamt eine gute Teamleistung, durch die letztenendes dann auch die richtige Atmosphäre auf die Zuschauer überschlägt. Da das erreicht worden ist, bleibt ein sehr guter Film, der dann auch so viele anspricht und mit Sicherheit ein Stück weit zu Recht als Kultfilm bezeichnet wird.

Fazit:
Gut gemacht, mit überzeugenden Darstellern und erkennbarer Rodriguez-Produktion ist ein unterhaltsamer, fast schon gemütlicher Vampiractionfilm entstanden, der aufgrund der den Zuschauer ansprechenden Figuren und Handlungen zum Kultfilm geworden ist. Der Genremix macht durch viel Sarkasmus und guter Inszenierung Spass. Man wird durchgehend von guten (resp. gut anzuschauenden) Schauspielern verwöhnt, die den Film auf höchster Unterhaltungsstufe halten. Klasse Action und staubige Locations runden das Spektakel ab, das man im Nedeffekt trotz weniger leichter Schwächen als gelungen bezeichnen kann. Wenn für mich persönlcih auch kein Kultfilm, kann ich dieses gewisse Etwas, diesen Kulttouch dennoch verstehen. Ich vergebe gute 8/10 Punkte.

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