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Die beiden psychopathischen Gebrüder Seth und Richard Gecko werden nach einem Gefängnisausbruch und mehreren Morden im ganzen Staat gesucht. Dabei wollen die beiden nach Mexiko flüchten und hinterlassen an jedem Ort ein Blutbad. Da die Polizei- und FBI Präsenz extra verstärkt wurde, planen die beiden Gangster, in einem Wohnmobil zusammen mit deren Eigentümern über die Grenze zu gelangen. Dabei wird die Familie Fuller als Geisel genommen und man verspricht, sie bei gelungener Grenzüberquerung freizulassen. Der Coup gelingt und so fährt man zum Treffpunkt, eine Bar mitten im Nirgendwo, welche aber mit einem großen Geheimnis aufwartet.

Um es vorweg zu nehmen From Dusk til Dawn ist ein toller Film, aber für eine Heiligsprechung die viele propagieren reicht es dann doch nicht unbedingt. Die Story bietet dabei einen wüsten Mischmasch aus Gangstergrpteske und Roadmovie, um dann etwa zur Filmmitte unvermittelt in eine Splatterorgie übergeht, sobald sich alle Protagonisten zum ausgedehnten Showdown im Titty´s Twister in Mexiko sammeln.
Zwischendrin werden aber noch Schnapsläden in die Luft gejagt, eine Geisel vergewaltigt und umgebracht, ein Ex-Pfarrer nebst seiner beiden Kinder entführt, so richtige Sympathieverströmer sind unsere beiden Gecko Protagonisten nicht wirklich. Dennoch gelingt es Regisseur Rodriguez die Sympathien der Zuschauer auf deren Seite zu ziehen. George Clooney ist als Seth da noch einer der besonneneren Art, dem die flotten Sprüche nur so rausschießen, während Tarantino selbst als sein Bruderherz Richard schon deutlich über den Durchgeknallt-Status hinaus ist.
Überhaupt ist der Cast prima gewählt und selbst bis in die Kleinstrollen mit bekannten Namen versehen. Während des Films hab ich sogar an meiner Gesichtserkennung gezweifelt, weil ich dauernd Cheech Marin gesehen zu haben glaubte, allerdings spielt dieser auch tatsächlich drei Rollen. Einziger Vollausfall was der Sohn des Priesters, der maximal die Austrahlung einer Radkappe hatte. Die Darsteller agieren meist motiviert und speziell Tom Savini und Fred Williamson schienen ihren Spaß daran gehabt zu haben, als Vampirkiller zu overacten.
Der langgezogene Schlußkampf kann sich dann aber auch sehen lassen und FX-Spezi Savini zaubert tolle Effekte aus seinem Latex-Baukasten. Haufenweise Vampire werden mit schicken Masken ausgestattet und es wird gesplattert bis der Arzt auch nicht mehr kommt, jedenfalls liegen bald genügend abgetrennte Körperteile, ausgefallene Augäpfel und verbrannte Vampirreste quer durch die Bar herum. Auch das Waffenarsenal der immer spärlicheren Überlebenden kann sich sehen lassen, nach dieser Schlacht möchte ich die Kneipe definitiv nicht saubermachen.
Ja, das läßt sich alles schon annehmbar an. FDTD bietet viele schräge Ideen, Dialoge und Genres auf einmal. Mich hätte jetzt dann aber schonmal interessiert, wo die Vampire denn überhaupt herkamen und warum noch niemand die Massen an verschwundenen Truckern und Rockern bemerkt hat, die die Schlußtotale zumindest andeutet. Der Film ist hart, stellenweise lustig und absolut kompromißlos in der Ausführung. Gutes Teil.
8/10 

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