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George Clooney in seiner besten, weil bösesten Rolle. Als gewissenloser Schwerverbrecher Seth begibt er sich hier mit seinem psychopathischen Bruder Richard (Quentin Tarantino, der auch das durchgeknallte Drehbuch geschrieben hat) auf einen wahren Höllentrip: Auf der Flucht vor Polizei und FBI entführen sie einen Witwer und seine beiden Kinder in deren Wohnmobil, um mit ihnen über die Grenze nach Mexiko zu gelangen. Hier angekommen, fahren sie zu einer Trucker-Raststätte mitten im Nirgendwo, in der sie die Nacht verbringen wollen, um sich am nächsten Morgen mit einem Gangster zu treffen und ein neues, unbeschwertes Leben anzufangen. Doch die Spelunke entpuppt sich als Vampir-Treffpunkt. Ein knallharter Kampf ums Überleben beginnt.

Der geneigte Vampirfilm-Fan muss sich gedulden: Fast eine ganze Stunde verstreicht, bevor der erste Blutsauger ins Bild rückt. Doch die Zeit bis dahin wird mit einer bitterbösen Gangsterstory, skurrilen bis bizarren Charakteren und einer ganzen Menge tiefschwärzesten Humors "versüßt". Clooney spielt die Rolle des eiskalten Mörders und Räubers mit schwachen, aber immerhin vorhandenen Prinzipien wie entfesselt und liefert eine der beeindruckendsten Leistungen seiner Karriere ab, während Tarantino den Part des pervers veranlagten Bruders überzeugend und äußerst sarkastisch mimt. Die teilweise haarsträubenden Dialoge, die sie sich liefern, sind einfach köstlich - wie man es von einem Tarantino-Drehbuch nun einmal erwarten kann. Und wenn schließlich im "Titty Twisters" die Vampirhorden angreifen und ein wahres Gemetzel anrichten, hat auch endlich der Splatter-Fan seine helle Freude.

Doch Robert Rodriguez, bekannt geworden durch seine "El Mariachi"-Reihe und der beste Kumpel Tarantinos, hat mehr als sinnloses Blutvergießen zu bieten. Er erzählt eine von Zitaten durchsetzte Story, die er mit furiosen Schnitten aufpeppt (wenn zum Beispiel Richard die erste Geisel abgeschlachtet hat und die Kamera immer nur kurz aufblitzende Bilder der blutbeschmierten Wände zeigt) und der er durch die Auftritte bekannter Kult-Stars wie Danny Trejo und Cheech Marin (in gleich drei Rollen) eine gehörige Portion Witz verpasst. Ganz zu schweigen von dem legendären Table-Dance der hochverführerischen Salma Hayek, der ihre Eintrittskarte für Hollywood darstellte. Kurzum ist "From Dusk Till Dawn" also ein Kult-Splatter-Streifen, der absolutes Pflichtprogramm für jeden Horror- und Trash-Fan darstellt.

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