Review

*** Spoilerwarnung ***

Bankraub, Mord, Geiselnahme … die Liste der von den Gecko-Brüdern Seth und Richard begangenen Taten liest sich nicht gerade rühmlich. Und so befinden sich die beiden Gesellen auf der Flucht nach Mexiko, nehmen die Familie des ehemaligen Priesters Jacob Fuller als ungewollte Gefährten mit und müssen eigentlich nur die Nacht in der schmucken Bar „The Titty Twister“ verbringen. Doch dort tut sich für alle Beteiligten die Hölle auf Erden auf...

Dabei spielt Tarantino hier nicht nur mal vor der Kamera mit, der Streifen trägt sichtbar seine Handschrift. Kein Wunder, stammt das Drehbuch auch von ihm. Allein die einleitende Sequenz im Schnapsladen atmet förmlich seine Dialoge und generell finden sich einige seiner Stilmittel, die allerdings auch Rodriguez gerne einsetzt. Für mich war „FDtD“ schon immer ein Gemeinschaftsprodukt der beiden.
Bei den menschlichen Akteuren bleibend, muss man hier den großartigen Cast hervorheben. Allen voran George Clooney, der merklich lustvoll die sympathische Drecksau gibt. Der schon erwähnte Quentin wird wohl nie ein guter Schauspieler, füllt seine Rolle hier allerdings sehr gut aus und auch der Rest ist ohne Makel. Harvey Keitel als Priester, der vom Glauben abgefallen ist, die immer etwas debil wirkende Juliette Lewis als dessen Tochter und in den Nebenrollen finden sich Cheech Marin (sogar dreifach), Tom Savini (mal vor der Kamera), Danny Trejo, ganz kurz John Saxon und der gefühlt zig Zigarren wegrauchende Fred Williamson. Geradezu legendär ist auch Selma Hayeks Auftritt, begleitet von der hiermit bekannt gewordenen Truppe Tito & Tarantula, die nach dem „Themenwechsel“ auch interessante Instrumente bespielt.

Erwähnt werden sollen hier auch die Dialoge, die durch die Bank scharf geschrieben, oftmals knapp sowie pointiert verfasst und ebenso rübergebracht werden und ohne rhetorischen Leerlauf daherkommen. Diesen findet man auch nicht in der knackigen Inszenierung, die vom Roadmovie-Thriller später in den Vampir-Klopper-Modus umschaltet. Permanent wird die Geschichte vorangetrieben, Pausen gibt es nur wenige. Dabei schafft es der Film, auch in den vermeintlich ruhigeren / dialoglastigeren Szenen eine Spannung zu generieren, sodass man gern dabeibleibt.

Bei all der Lobhudelei ob des vorhandenen Unterhaltungswertes sei aber auch etwas Kritik erlaubt. Diese manifestiert sich in ein paar nicht ganz nachvollziehbaren geschichtlichen Elementen (warum lässt Seth seinen Bruder mit einer Frau im Wissen seiner Neigungen allein oder warum dauert die Verwandlung in einen Vampir manchmal Minuten, manchmal nur Sekunden?) oder auch in den nicht so gelungenen digital unterstützen Effekten. Aber will man das dem Film ob seines generellen Grindhouse-Faktors ankreiden? Eher nicht.
Apropos Effekte, da ist vieles von Hand gemacht, was durch die Bank chic aussieht. Auch bei der Musik wurde abgeliefert, der Soundtrack besteht meist aus untermalenden, rockig und bluesig angehauchten Klängen der bereits erwähnten Tito & Tarantula sowie ZZ Top oder auch The Mavericks.
Guillermo Navarro, mit dem Rodriguez schon bei seinen vorherigen Werken „Desperado“ und „Four Rooms“ zusammengearbeitet hat (und der später formidabel „Hellboy“ und „Pan's Labyrinth“ bebildert hat), fängt alles in passende Bilder ein, wobei es gerade in der ein Highlight darstellenden Massenrandale im Twister stellenweise etwas unübersichtlich wird. Der Schnitt sorgt zwar für Tempo, blendet aber auch manche Härte aus, von denen der Film zwar immer noch einige hat, diese aber auch gerne mal der Vorstellungskraft überlässt.

Genug der Worte. „From Dusk till Dawn“ war damals bei der Erstsichtung im Kino ein Vergnügen und ist es immer noch. Einfach eine Runde Sache, die mit Dialogen, Tempo, Optik und der Darstellerriege überzeugt und einfach großartig unterhält.

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