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Der Ex-Marine George führt ein winzig kleines Hotel am Strand von Miami. Er könnte ein ruhiges Leben führen, wenn er sich nicht irgendwann mal in die falsche Frau verknallt hätte: Mary Delaney DeBoya, die Frau des dominikanischen Ex-Generals DeBoya. George liebt Mary und Mary liebt George, aber DeBoya ist ein Geheimpolizist alter Schule, der mit schmutzigen Mitteln und unter Verwendung äußerster Gewalt seinen Besitz beisammen halten möchte.

Ein Film wie in den 80ern gedreht: So kühl, so stylisch, hier atmet der Zeitgeist durch fast jede Einstellung. Macht aber nichts, denn dadurch gewinnt die 08/15-Story von der unglückseligen Liebe viel Flair und Stimmung. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen klassischen Noir mit allem was dazu gehört: Eine Erzählstimme haut dem Zuschauer megacoole Oneliner aus der Romanvorlage von Harlan Ellison um die Ohren, unglaublich viele Personen wuseln undurchsichtig durch die verworrene Handlung, die Guten sind viel zu unschuldig um wirklich gut zu sein, die Bösen sind dafür mächtig (und) böse, und wenn man das alles aus dem sonnendurchglühten Miami herausnähme und in ein schwarzweißes und regendurchtränktes nächtliches Chicago setzen würde, dann könnte der Film so auch von Otto Preminger aus dem Jahr 1944 sein, um nur ein Beispiel zu nennen. Peter Weller steht einem sagen wir Alan Ladd in nichts nach, Kelly McGillis kompensiert fehlende Erotik mit nackten Brüsten (und macht dabei eine Top-Figur), Tomas Milian zeigt absolut alles, und die Handlanger Charles Durning, Frederic Forrest und Juan Fernández sind so schmierig wie Peter Lorre und Elisha Cook Jr. in ihren besten Tagen. Chick Corea steuerte die Titelmusik bei, und in Summe ergibt sich ein kühl-atmosphärischer Noir-Thriller mit etwas verworrener und prätentiöser Handlung, der zum Schluss hin einige ausgesprochene Highlights im Programm hat und die müde erste halbe Stunde damit absolut ausgleichen kann. Passt schon …

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