Review

Gesamtbesprechung

Goran Visnjic spielt den Sklaven Spartacus, der gezwungenermaßen zum Gladiator ausgebildet wird, um zur Belustigung des römischen Volkes später sein Leben in der Arena zu riskieren. Doch dann beginnt er zusammen mit den übrigen Sklaven einen Aufstand und kann aus dem Lager entkommen, woraufhin er eine ganze Armee hinter sich vereinigen kann und zum neuen Alptraum des dekadenten Roms wird.

Auch wenn Stanley Kurbick einige der besten Filme aller Zeiten geschaffen haben mag, so handelt es sich bei "Spartacus" doch um einen zu Unrecht als solchen gefeierten, der mir über weite Strecken nicht sonderlich gut gefallen hat. Bei der Neuauflage, die fürs amerikanische Fernsehen produziert wurde, handelt es sich auch nicht um einen überdurchschnittlichen Film, aber doch um einen, der besser als sein Original zu unterhalten vermag.

Dies ist in erster Linie durch die wesentlich neueren, besser inszenierten und choreographierten Kampf- und Schlachtszenen, die natürlich auch auf das Herstellungsjahr, über vier Dekaden nach dem Original zurückzuführen sind, bedingt. Die Ausstattung wirkt dabei auch nicht schlechter als beim, zumindest in dieser Hinsicht opulenten Original und so handelt es sich bei "Spartacus" um einen ansehnlichen Monumentalfilm, der zwar nicht die Größe und Gewalt anderer Genreprodukte entwickelt, aber doch recht ansehnlich gerät, zumal auch die Kulissen Roms ganz nett aussehen und die musikalische Untermalung annehmbar ausfällt.

Der Plot ist dabei derselbe wie beim Vorgänger und nur teilweise abgeändert, wird aber flüssig genug erzählt, dass er nicht auf der Stelle tritt und damit einen soliden, konstanten Unterhaltungswert liefert. Der Einblick ins dekadente Rom, hinter die Kulissen eines Reichs, dessen Historie kaum schillernder sein könnte, gelingt dabei vielleicht nicht ganz so zynisch, wie es bei Kubricks Vorgänger der Fall war, aber das kompensieren die neueren Inszenierungesmittel dann doch ohne Weiteres. Ansonsten gibt es zur Neuauflage von "Spartacus" wenig zu sagen: Unauffällig, aber unterhaltsam.

Im Gegensatz zu Kirk Douglas, der den Helden sehr präsent, aber mit dem immergleichen steinharten Gesichtszügen auf die Leinwand brachte, überzeugt Goran Visnjic auch darstellerisch und ist damit ein weiterer Vorzug, den das TV-Remake gegenüber Kubricks Original vorweisen kann. So gelingt es Visnjic durchaus, seine Figur nicht nur als den Helden und Anführer darzustellen, sondern darüber hinaus, ihm eine gewisse charakterliche Tiefe zu verleihen, während den Nebendarstellern wenig vorzuwerfen ist, was gerade in Anbetracht des TV-Budgets erfreulich ist.

Fazit:
"Spartacus" besticht durch seinen guten Hauptdarsteller und unterhält mit seinem flüssigen Erzähltempo und einer soliden Inszenierung über weite Strecken, womit er mir besser als das, meines Erachtens vollkommen überschätzte Kubrick-Original gefallen hat.

60%

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