Filme aus Deutschland sind entweder grottenschlecht (siehe "Rossini") oder richtig unterhaltsam (z.B. "Das Experiment", "Knockin On Heaven´s Door"). Im Bereich dazwischen, der "Ganz okay aber nichts Besonderes"-Sparte, gibt es ganz selten mal einen Film. Mit "Sommersturm" kommt jedoch einer hinzu.
Die Story handelt um zwei Jugendliche, Tobi (Robert Stadlober) und Achim, die gemeinsam durch dick und dünn gehen und auch beide im Ruderteam sind. Tobi jedoch entdeckt bei sich langsam das Verlangen, die gleichgeschlechtige Liebe zu erkunden, Achim jedoch hat nur Augen für seine Freundin. Das ganze spitzt sich in einem Trainingslager zu, als Tobi & Achim´s Rudergruppe auf eine rein homosexuelle Gruppe trifft. Tobi möchte natürlich irgendwie Erfahrungen sammeln, doch das ist leichter gesagt als getan - und auch bei den Schwulen ist einer dabei, der gerne Heteros bekehrt.
Die ganze Story wird recht leichfüssig erzählt, was dem Film gut tut, ohne Vorurteile wird an ein von der Gesellschaft größtenteils immer noch nicht so sehr toleriertes Thema herangegangen. Das das Grundgerüst der Story aber nicht neu ist, merkt man im Film auch, was den Film zwar nicht schlechter macht, aber etwas mehr Einfallsreichtum und zusätzliche Kreativität hätten keinesfalls geschadet. Somit bleibt eine nette und locker erzählte Geschichte, ohne große Überraschungen.
Schauspielerisch aber sind die Leistungen sehr gut, ein Rolle dieser Art ist auch nicht unbedingt leicht zu spielen, somit verdient das Ganze großen Respekt. Vor allem Robert Stadtlober spielt die Rolle des noch unschlüssigen Jugendlichen, der seine wahre Seite der Sexualität erkunden will, richtig gut.
Regiemäßig ist das Ganze ordentlich umgesetzt worden, ab und an bekommt man als Zuschauer schöne Bilder präsentiert, auch die musikalische Untermalung ist okay. Aber auch das alles täuscht über die inhaltlich doch recht leere Story nicht hinweg.
Letztendlich kann man sagen, das "Sommersturm" schauspielerisch gesehen auf höchstem Niveau spielt, aber der Rest ist eher unspektakulär, was wirklich schade ist. Mit etwas mehr Verbissenheit eine wirklich neue Herangehensweise an dieses Thema zu kreieren, wäre wesentlich mehr drin gewesen. Somit bleibt nur zu sagen, das der Film ganz nett und unterhaltsam ist, wer ihn sich anschaut wird es sicher nicht bereuen, aber wer ihn nicht kennt, verpasst auch nichts.
6 von 10 Punkten.