„Piranha 2 – Fliegende Killer“ ist einzig und allein interessant, weil er James Camerons erster abendfüllender Film ist, doch von Camerons Stil ist wenig bis gar nichts zu erkennen.
Natürlich fängt der Film wie jeder Meerestierhorror mit einem Auftaktmord an, weil Spielberg das mit „Der weiße Hai“ so vorgemacht hat. Doch „Piranha 2“ hat mit dessen Raffinesse nichts gemein: Man sieht die Biester genauso gut bzw. schlecht wie im gesamten Rest des Films statt sie erstmal gar nicht zu zeigen und das dumpfbackige Taucherpärchen, das den Killerfischen zum Opfer fällt, möchte man auch bloß möglichst schnell verfrühstückt sehen.
Was dann kommt, ist die übliche Geschichte: Anne Kimbrough (Tricia O'Neil) ist Tauchlehrerin in einer Hotelanlage, wo sie mit Sohnemann Chris (Ricky Paull Goldin) von ihrem Ehemann Steve (Lance Henriksen), dem Sheriff des Städtchens, getrennt lebt. Sie kommt hinter das Geheimnis der sogar mutierten Piranhas als diese einen ihrer Tauchschüler ganz galant verknuspern…
„Piranha 2“ ist ein echtes Ärgernis, denn hier wird der übliche Tierhorror formelhaft nach Schema F runtergekurbelt. Keiner glaubt Anne und niemand denkt daran, dass große Massenereignis der Saison (hier: kollektives Fischbraten am Touristrand) abzusagen, da man geldgierig ist. Dann entpuppt sich auch noch der Tauchschüler, mit dem Mutti gepimpert hat, als Mitverantwortlicher für die Katastrophe und dann ist klar, was mit ihm im Showdown passiert.
Doch leider weiß „Piranha 2“ noch nicht mal, wie man richtig klaut. Der obligatorische Angriff der Killerfische auf das Massenereignis wirkt im Gegensatz zu „Der weiße Hai“ und Co. nicht wie ein Höhepunkt, sondern wird lapidar eingestreut. Lance Henriksen als potentieller Held wird zum Handlanger degradiert, stattdessen darf seine blasse Filmehefrau die ganze harte Arbeit erledigen. Und von Spannung hat ebenfalls keiner der Beteiligten was gehört, denn die Handlung plätschert die ganze Zeit gleich belanglos daher und man hat nie Angst um die komplett blassen und unsympathischen Charaktere, begrüßt es sogar, wenn einer davon verknurpst wird.
Zudem scheinen die Piranhas als allererstes das Drehbuch gefressen zu haben, denn dermaßen schlechte Dialoge wie in „Piranha 2“ würde kaum ein Drehbuchlektor auf das Publikum loslassen (andrerseits: die Credits mit massig italienischen und holländischen Namen zeigen, dass „Piranha 2“ trotz der damals noch unbekannten Cameron und Henriksen Richtung Eurotrash steuert). So labern die Charaktere ständig übers Pimpern und es gibt ab und zu etwas nackte Haut zu sehen, doch leider hat man hier total hässliche Schabracken und schleimige 80er Jahre Prollos mit grauenhaften Frisuren zusammengebracht, denen man noch nicht mal beim Einkaufen zusehen möchte. Doch mit diesem Geplänkel zwischen den Flachzangen wird mehr als die erste Hälfte vergeudet, ehe der fischige Teil des Plots dann Substanz gewinnt.
Doch selbst als sich die Angriffe der hier sogar mutierten Piranhas (die Biester können Wissenschaft sei dank sogar fliegen) häufen, kommt wenig Freude auf. Die Viecher sind bloß schlechte Gummimodelle, mit denen die Darsteller ringen, um einen Biss zu simulieren. Alternativ hängen die Gummifische bei den Flugangriffen an Drähten oder werden einfach Richtung Darsteller geworfen. Auch die stimmigen und sehr schick gefilmten Tauchsequenzen werden von den total künstlich aussehenden Viechern kaputtgemacht. Da helfen auch die paar mäßigen Bluteffekte nichts. Doch die Goreeffekte sehen immerhin noch besser aus als die Hubschrauberexplosion, bei der man sofort sieht, dass bloß ein Spielzeug explodiert.
Darstellerisch ist „Piranha 2“ dann auch noch allerunterste Kajüte abgesehen von Lance Henriksen. Der ist noch ganz passabel, aber war schon in weitaus besseren Rollen zu sehen. Doch ansonsten stolpern hier nur Stümper durch die Gegend, die dringend auf die Schauspielschule gehören.
„Piranha 2“ kann ein paar wirklich schicke Tauchszenen bieten, aber ansonsten ist der Film einfach mies, da weder Story noch Piranhaangriffe auch nur ansatzweise überzeugen. Ein totaler Langweiler ohne Höhepunkte.