Über "Piranha 2 - Fliegende Killer" würde heute keiner ein Wort verlieren, hätte nicht James Cameron himself hier Hand angelegt, bis er in der Schlußphase gefeuert wurde. Böse Auftragsarbeit halt.
Im Hintergrund wieselte dagegen ein italienischer Produzent (oh, Graus!) und eine niederländische Abschreibungsgesellschaft (urg!) und so sieht das Endprodukt dann auch aus.
Bevor das Barbeque nämlich zurückschlägt (danke, Hahn und Janssen!), muß man den x-ten Aufwasch des Weißen Hais über sich ergehen lassen, wenn Taucher verknuspert werden und die Hauptdarsteller an einem Trennungsdrama basteln. Lance Henriksen gibt sich als angeölter Bootssheriff alle Mühe in die Heldenrolle reinzuwachsen, während seine Ex mit einem anderen Ex(-Wissenschaftler) anbändelt, der das Übel schon kommen sieht. Jaja, die fiesen Biologen haben da wieder an der Evolution rumgefummelt, aus Kriegsgründen oder so.
Was aber einen brauchbaren B-Plot abgegeben hätte, wird nun noch garniert mit reichlich Szenen aus und rund um das Edelhotel jenseits der Zivilisation, wo sich die beknacktesten Gäste seit "It's a mad, mad...world" die Klinke in die Hand geben. Das muß dann wohl italienischer Humor sein, nur verträgt der sich nicht mit der halbgaren Thrillerhandlung.
Nach einer flotten Stunde im Tiefschlaft erheben sich die Viecher dann (dank Flying-Fish-Kreuzung) in die Lüfte und machen das dolle Fischfest des Hotels kaputt, was beknackterweise erst um Mitternacht startet, wenn kein Aas Hunger hat.
Die FX-Abteilung ist sich dann zwar nicht um ein wenig Kunstblut zu schade, aber weltbewegend ist hier nichts, ebensowenig der hundertpro durchsichtige Showdown in einem gesunkenen Schiff. Camerons spätere Handschrift ist (außer durch Henriksens Anwesenheit) nirgendwo zu entdecken, der Film suckt größtenteils.
Das Beste ist noch ein flott gestalteter Vorspann. Eintüten und Fischstäbchen draus machen. (2/10)