Räudige Mischung aus Action und Drama, die parallel, aber nicht gänzlich zu gleichen Telen die Geschichte einer im Handwerk von Prostitution und so modernen Sklavenhandels gefangenen Frauen und die sie und die Oberhand führende kriminelle Vereinigung suchenden Polizeiermittler erzählt. Der Auftakt für misogynistische Tendenzen im Umfeld von Blut, Schweiß und Tränen, in denen die Elemente des Gangsterfilmes noch am Interessantesten, aber leider ein wenig zurückgedrängt in der sonstigen Sozial- und Existenzkrise sind:
Die Festlandchinesin Jane [ entgegen Typ und auch fehlbesetzt: Dassey Wong ] möchte zusammen mit ihrer besten Freundin Ai [ Okawa Toko ] der provinziellen Routine und in Richtung Modellkarriere entfliehen, wozu sie auch die Gefahr von Landes- und so Hochverrat und prompt den Beschuss der Rotgardisten auf sich nimmt. In Taiwan angekommen wird sie erst als Tänzerin, dann bald Zwangsprostituierte unter Herrschaft des für Ma Chy [ Dick Wei ] handelnden Ti [ Kwai Chung ] gehalten. Als sich ihre Schwester Wang [ Kara Hui ] auf die Suche nach der Vermissten macht, gerät sie schnell in die Höhle des Löwen, aus der sie sich mit eigener Schlagkraft und der Unterstützung der ermittelnden Polizisten Wan [ Lung Tien-hsiang ] und Kao [ Lau Siu-gwan ] befreien kann. Währenddessen lässt Ma Chy seine langsam aufsässige Truppe der Leibeigenen auf das Land schaffen, und setzt seine Leute nicht nur auf die neugierigen Gesetzeshüter, sondern auch die Konkurrenz um Ku [ Pa Si-Sin ], Hong [ Chiang Tao ] und Pao [ Cho Boon-feng ] an.
Das Hauptaugenmerk und die Führung durch die erzählte Parallelität liegt dabei auf den Schwestern Jane und Wang, die nicht nur kaum Bildkader und analog dazu auch etwas im Leben teilen, sondern unterschiedlicher in der Ausprägung auch nicht sein können. Die Erste aufgewachsen und immer noch wohnend bei Mutter und Großmutter, mit großen, durchaus naiven Träumen und auch der entsprechenden Zeichnung als schon etwas zu alt gewordenes Kind, dass eher unbekümmert in die Welt und dann auch gleichen die gröbste Niedertracht von allen stapft. Die Zweite ist alleinstehende und auch allein für sich Sorgende, die mit den Problemen nicht nur von vornherein besser klar und in nahezu jeder Lage auch mit folgerichtigen Selbstvertrauen heran und zurande kommt, sondern sich im Notfall auch handfest wehren kann. Ähnlich different, teils auch zusammengewürfelt statt nur widersprüchlich wirkend sind die beiden damit geführten Teile des Filmes. Hier die Ausbeutung der Frauen, das schmierige Verhalten nahezu aller Männer, welches auch stark mit sadistischen Zügen wie dem Verprügeln, Auspeitschen, Anspucken, die Frau schlichtweg als Objekt und Ware niederster Art behandeln gespickt ist. Dort der Copkrimi, gerade und direkt hinaus, mit Schusswechseln, Debatten und anderweitig beherzten Eingreifen.
So richtig Freude macht diese Paarung des (warum auch immer) auch Spy Blood 13 bzw. Spy Thirteen betitelten und von dem eher selten und auseinandergerupft unkontinuierlich beschäftigten, hier allerdings schon soweit solide inszenierenden, wenn auch Alles Andere als ein Armageddon (1989) abfackelnden Wong Siu-jun dabei nicht. Zu trist, zu bemitleidenswert, in seiner feindlichen Prägung und dessen Wiederholung und Steigerung auch monoton die Masse des Geschehens; zu nebensächlich und wie als notgedrungen kommerzielle Ergänzung der Anteil der Polizeiarbeit und der Aufstieg von Gangster Ma, in denen die Klischees des Genres in schneller Kleinarbeit behandelt und abgearbeitet werden. Dabei sind gute Ansätze durchaus vorhanden, wird sogar das Verurteilen von Selbstjustiz und der namensgebenden Bloody Revenge moralisch überzeugend und nicht einfach nur dahergesagt propagiert. Teilt sich die taiwanesisch tätige Pao Hang Film (HK) Co. Produktion die Handlung auch sonst durchaus mit Meinung, Land und Leute, lässt Zwischenstücke nicht nur in dunklen Gruselzimmern, sondern auch auf und in den Strassen und sowieso sorgfältig gewählten Schauplätzen abspielen, und verfügt zudem über eine gewohnheitsmäßig rechtschaffen angestellte, in dem Fall sicherlich etwas unterbeschäftigte Besetzung; Cameos von Alex Man und Cheung Kwok-leung inbegriffen. Eine altbekannte Garde, deren hiesiges Tun und Wirken trotz doch eher kleiner Schicht von gerade mal 72min Laufzeit recht begrenzt aus einigen Kurzeinsätzen und so stellvertretend für den gesamten Film nicht gerade aus der vollen Kür-Leistung über die gesamte Rundenanzahl besteht.
Selbiges gilt auch für die Actionszenen, die vorhanden ja, aber genügsam auch zu beschreiben und eher als die kurzen hit-and-run Attentate zu kategorisieren sind. Meist wird für mehrere Sekunden das Feuer aus dem Hinterhalt eröffnet, bspw. die abendliche Feier versammelter Gangster und ihrer Liebchen mit einem Willkommensgruss der Maschinenpistolen gestört. Nicht nett, aber auch nicht berauschend; zumal die wenigen etwas größeren Sequenzen einer wilden Verfolgung zu Fuß über Verkehrszonen und Überführung inkl. Geiselnahme und Erschießen unbeteiligter Passanten, eine wilde Attacke im Hospital und der Showdown auf einer Großbaustelle erstmal angenehm triebhaft und druckvoll, dies aber auch nur und dadurch auch wieder antiklimatisch mit den Mitteln des (leichten) upspeeding erfolgen.