Ich hatte bei dem Film gehofft, zumindest einigermaßen konsumierbaren Psycho-Terror serviert zu bekommen, was durchaus möglich gewesen wäre. Doch es gab nur abgelaufene Hausmannskost aus einer verbeulten Blechdose. Es stimmt einfach gar nichts daran, es gibt keine ernsthafte Spannung und das Geschehen plätschert vor sich hin. Punkten kann allenfalls die Leistung von Christian Slater, der den fiesen Headhunter passend darstellt.
Es ist schon erstaunlich, wie aus einem interessanten Stoff eine solch morbide Story zusammengeschustert werden kann; das erste (und seitdem wohl letzte) Werk der Autorin Maggie April ist absolut wertlos. Das Thema des Films ist inhaltlich durchaus denkbar, doch die dargestellten Auswüchse entbehren jeder Logik. Am unglaubwürdigsten ist, das z.B. Ben`s Frau + Tochter sich von der äußerst auffälligen Taktik des Headhunters absolut dämlich einnehmen lassen ohne nachzudenken, trotzdem Ben mehrmals vor dem Typen eindrücklich warnt. Oder auch die Zweifel des Chefs, dargestellt von Michael Clarke Duncan, sind hochgradig unpassend, da er zuvor Ben über die üblen Praktiken dieser Kopfjäger aufklärt; das macht überhaupt keinen Sinn. Unwahrschinlich ist auch, das ein Verbalkünstler dieses Kalibers tatsächlich Morde begehen muß; und diese darüberhinaus herrlich verschleiern kann (er kennt u.a. nämlich z.B. den Cop Jerry aus dem Knast, wo Ben kurzfristig landet; jaja). Totaler Humbug auf ganzer Ebene also.
Zwischendurch gibt es mal einen auf den Mund, wobei die "Special-Effects" dermaßen künstlich wirken, als würde man einen Hera-Lind-Schinken ansehen. Der ""Showdown"", die einzigst wahre ""Action"" an diesem Film, wäre der Lacher schlechthin, wenn es nicht zum Weinen wäre. Ebenso lachhaft wird das Abtreten einiger Charaktere dargestellt.
Christian Slater macht seine Sache vernünftig und überzeugend, er paßt gut in die Rolle des schleimigen Headhunters und ist alleine verantwortlich für die beiden vergebenen Punkte. Der symphatische Michael Clarke Duncan bleibt leider mehr im Hintergrund und der Hauptdarsteller Gil Bellows macht zwar eine recht ordentliche Figur, allerdings nicht wenn er sich bewegt; das wirkt dann so, als habe er ein dringendes Bedürfnis.
Vergleichen läßt sich PURSUED inhaltlich mit *Final Cut*, ein ebenso schwaches Produkt mit interessantem Thema und Robin Williams als Zugpferd. Vom Produktions-Niveau paßt auch *Godsend* dazu, ebenfalls ein Film mit vielversprechendem Thema und Robert DeNiro als qualitätsversprechender Name.
Vom Stalking-Thema aus gesehen ist er vage mit dem empfehlenswerten *Kap der Angst* (1991, mit Robert DeNiro, Nick Nolte + der jungen Juliette Lewis) vergleichbar.