Was macht Hollywood, wenn es mal wieder keine eigenen Ideen hat? Richtig! Es kopiert ausländische Filme, die in ihrem Heimatland recht erfolgreich waren. Meistens wird das mit Formaten aus Frankreich gemacht. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Hollywood auch an der französischen "Taxi"-Trilogie vergriff, und sie nach amerikanischen Werten und Standarts verwurstete. Das Ergebniss nennt sich dann "New York Taxi", so der deutsche Titel.
Der etwas tollpatschige New Yorker Cop Washburn (Jimmy Fallon) ist alles andere als ein talentierter Autofahrer. So passiert es, dass ihm seine Vorgesetzte und Ex-Freundin Marta Robbins (Jennifer Esposito) den Führerschein entzieht. Als Washburn eines Tages allerdings schnellstens zu einem Banküberfall eilen muss, steigt er ausgerechnet in das Taxi der übergewichtigen, schwarzen Fahrerin Belle (Queen Latifah). Trotz großer Klappe ist diese eine talentierte Fahrerin. Und so rasen Washburn und Belle auf der Jagd nach der von sexy Vanessa (Gisele Bündchen) angeführten Räuberbande von einer Katastrophe in die nächste...
Jimmy Fallon (Almost Famous) ist eine unscheinbare Persönlichkeit und kann so auch in diesem Streifen kaum punkten. Auch komediemäßig bleibt er auf der Strecke. Ganz anderes Queen Latifah (Der Knochenjäger). Allzu komisch ist auch sie nicht, doch im Gegensatz zu Fallon fällt sie immerhin auf. Das liegt nicht zuletzt an ihrer peinlich aufgelegten Dauer-Coolness und ihrer vorlauten Fresse. Und auf Dauer geht die einem mächtig auf die Nerven. Auch den Speed-Biker nimmt man ihr mit ihren ca. 200 Kilo Lebensgewicht nicht ab. In "New York Taxi" gibt Model Gisele Bündchen ihr Schauspieldebüt... wobei man so was eigentlich nicht Schauspielerei nennen kann. Eher sieht sie nur verdammt gut aus und darf ein paar Sätze sowohl in Englisch bzw. Deutsch als auch in Brasilianisch abgeben. Ach ja... 'n bisschen mit der Knarre rumfuchteln ist auch bei ihr drinn gewesen. In Nebenrollen agieren dann noch Jennifer Esposito (Wes Craven präsentiert Dracula) und Christian Kane (Angel - Jäger der Finsternis), die einen passablen Job machen.
Sowohl als Film selbst und als Remake ist "New York Taxi" ein Witz. Die Darsteller stolpern meistens hölzern und mit aufgesetzter Komik bzw. Coolness durchs Bild. Belanglose Dialoge inklusive! Dann war wohl kein Geld mehr übrig für ein paar anständige Explosionen oder rasantere Verfolgungsjagten, die den Film wenigstens etwas sehenswerter gemacht hätten. So muss man sich mit der Taxi-Version von K.I.T.T. zufrieden geben, die wenigstens nicht nervend rumlabert. Das Finale wurde dann noch dreißt aus dem Original geklaut und die Witze sind auch ein Schuss in den Ofen. Nur selten bewegen die komisch gemeinten Szenen einen zu einem mühsamen Lächeln. Doch "New York Taxi" ist nicht komplett für die Tonne. Immerhin bekommt man durch Gisele und Co. ein paar optische Reize geboten. Das ist doch auch immerhin was, oder? Da kann Queen Latifah mit ihrer Pseudo-Coolness sowie ihrem getunten Schrotthaufen auf vier Rädern einpacken. Eine dumm rumlabernde Vera Int-Veen in Schwarz muss man sich nämlich nicht wirklich antun.
Insgesamt hat Regisseur Tim Story (Barbershop) dieses Remake-Vehikel nahezu komplett gegen die Wand gefahren. Bitte, Hollywood... verschone uns mit weiteren dämlichen Remakes. Denn die Originale sind meistens besser!