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Da den Produzenten im guten alten Hollywood nichts mehr einfällt, überflutet uns schon seit geraumer Zeit eine Remake-Welle. Diesmal traf es den französischen Kassenschlager „Taxi Taxi“, dessen Handlung nach New York verlegt wurde. Logischer Titel: „New York Taxi“. An den Kinokassen wahrlich kein Überflieger, erweist sich die Actionkomödie zwar als kurzweiliger Spaß, kann sein Potenzial jedoch bei weitem nicht ausschöpfen. Und das, obwohl Luc Besson mitproduzierte.

Der Sinn einer Actionkomödie besteht darin, groß angelegte Actionszenen mit witzigen Pointen zu vereinen. Von zahlreichen Genregrößen zuvor gezeigt, ist dies ein einfaches Rezept, dass kommerziell fast immer zum Erfolg führt. Bei „New York Taxi“ funktioniert bei beidem wenig, wobei die Komik die Action (leider) schlägt. Zündet in den ersten zwanzig Minuten kein einziger Gag, geht es zumindest hier aufwärts. Queen Latifah und der meiner Meinung nach mäßig talentierte Saturday-Nightlive-Komiker Jimmy Fallon liefern sich einige witzige Wortgefechte, die Gags zünden besser, lassen einen jedoch nicht mehr als schmunzeln. Den Charakter des trotteligen Cops Andy (Jimmy Fallon) hat der Zuschauer einfach schon zu oft gesehen, um hier noch herzhaft lachen zu können.

Großes und zu großes Manko bei „New York Taxi“ ist eindeutig die Action. Die Verfolgungsjagden sind zwar allesamt rasant und auch spaßig, außer quietschenden Reifen wird jedoch nichts geboten. Die wenigen Crashs hauen niemanden vom Hocker, nicht mal einen halbwegs spektakulären Carstunt bekommt der inzwischen gelangweilte Zuschauer geboten. Da für mich ein bisschen Reifen-Quietschen bzw. ein paar rasante Ausweichmanöver keine „Action“ darstellen, wurde ich in diesem Punkt enttäuscht. Der Spaß am Gebotenen ist wie gesagt vorhanden, die Quantität und auch die Qualität ist jedoch für einen in diesem Genre angesiedelten Film unterdurchschnittlich und zu unspektakulär.

Die Darsteller machen ihren Job recht gut, Queen Latifah und Jimmy Fallon geben ein gutes Duo ab und sorgen für einige Schmunzler. Gisele Bündchen bietet schauspielerisch nichts, dafür optisch umso mehr und macht insgesamt eine mehr als gute Figur (bei den sexy Argumenten kauf ich ihr die Rolle ab, ehrlich).

Auch die Inszenierung ist gelungen. Musik und Optik gefallen, Regisseur Tim Story liefert einige tolle New-York-Bilder.


Fazit:
“New York Taxi“ ist eine nette Komödie für zwischendurch, die jedoch einiges am durchaus vorhandenen Blockbuster-Potenzial verschenkt. So ist die Action zwar rasant, aber die wirkliche Überzeugungskraft in Form von Blechschäden und Carstunts fehlt leider. Die Gags zünden recht gut, auch wenn man mehr schmunzelt als lacht, und die Inszenierung ist einwandfrei.
Zusammengefasst eine solide Buddykomödie, die durchaus Spaß macht, das Gaspedal aber nie ganz durchdrücken kann.

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