Und noch einmal – nach „Finding Nemo“ – hat uns Pixar bewiesen, dass Computer animierte Filme nicht nur den Kleinen viel Freude bereiten können, sondern auch für Erwachsene allerbeste Unterhaltung sein können. „The Incredibles“, eine ganz besonders unnormal normale Familie, sind so herrlich sympathisch, dass es ihnen schon fast gelingt, Nemo und seine Freunde vollkommen in den Schatten zu stellen.
Mr. und Mrs. Incredible sind nach einigen Querelen rund um das Superheldentum im Ruhestand und fristen mit ihrer kleinen Familie ein scheinbar ganz normales Dasein. Doch Mr. Incredible ist einfach nicht mit seinem Leben als Versicherungsangestellter zufrieden und wünscht sich sehnlich eine Rückkehr in das Superhelden-Geschäft. Und siehe da: an dem Tag, an dem er von der Versicherungsgesellschaft gefeuert wird, bekommt er ein Angebot, das er nicht abschlagen kann: Er soll wieder das Superhelden-Kostüm anziehen.
Action, Wortwitz und eine gelungene Story: All das können „Die Unglaublichen“ bieten! Ja, man kann einfach nicht anders urteilen, dieser Pixar-Streifen ist nach „Findet Nemo“ wieder einmal ein Meisterwerk! Was hier noch erheblich gesteigert wurde im Vergleich zu anderen Computer animierten Filmen ist der Faktor „Erwachsenen-Unterhaltung“. Zwar ist dieser Streifen passgenau auf die Ansprüche des jungen (Ziel-)Publikums ausgerichtet, aber auch als Erwachsener (egal, ob jung geblieben oder nicht), kann man in die Geschichte rund um die Familie Incredible eintauchen und sich einfach wohl fühlen, ja berieseln lassen. Sicherlich fehlt da an der einen oder anderen Ecke der Sinn für Realität, aber hey: erstens haben wir es hier mit einem Superheldenfilm zu tun (auch bei Superman & Batman ist nicht alles auf die Goldwaage zu legen), und zweitens ist das alles noch immer ein Zeichentrickfilm (in aufpolierter Form). Und da sollte man einfach nicht alles zu ernst nehmen. Schafft man das, dann ist es nur noch ein kurzer Schritt dazu, sich – wie bereits gesagt – in den „Tiefen“ dieser Story wieder zu finden und sich unterhalten zu lassen. Hat man diese Prämissen vor Filmbeginn bereits halbwegs ausgelotet, erwartet den Zuschauer ein genialer Familienfilm, in dem sich jedes Familienmitglied seine eigene Identifikationsfigur herauspicken kann, denn davon gibt es glücklicherweise mehr als nur eine.
Okay, die Geschichte vom Superhelden, der (wieder einmal) die Welt vor einem Bösewicht rettet, ist ausgelutscht (möge man meinen); aber nichtsdestotrotz birgt auch dieser Pixar-Film die eine oder andere Überraschung und garantiert so eine Langeweile-Faktor, der gegen Null strebt. Technisch haben die Disney-Pixar-Studios wieder einmal eine Schippe drauf gelegt, sodass man in visueller Hinsicht nahezu keine Kritikpunkte ausfindig machen kann. Was bleibt da noch abschließend zu sagen? Nicht viel, außer: unglaubliche 9 von 10 Punkten!