Toshiya Fujitas "Lady Snowblood" aus dem Jahre 1973 lieferte nicht zuletzt Quentin Tarantino und seinem "Kill Bill" so manche Inspiration hinsichtlich gewisser, leicht übertriebener Blutfontänen, einem starken Stilmittel namens Schnee und natürlich dem eindringlichen Soundtrack. Und in der Tat kann man sich Fujitas blutigen Rachefeldzug gut einmal ansehen. Der letzte Funke wollte jedoch zumindest bei mir leider nicht überspringen.
Ungewöhnlich ist es zunächst einmal, daß eine Frau hier die kämpferische Hauptrolle stellt - das wars aber auch fast schon wieder, denn Yukis etwas langatmige Blutrache an den vier Mördern ihres Vaters gestaltet sich wenig aufregend und folgt dem bekannten Muster Auslösendes Moment-Ausbildung-Blutrache recht genau.
Kämpfe machen sich insgesamt gesehen ebenfalls recht rar und nicht wirklich spektakulär, haben aber im Gegenzug einigen roten Lebenssaft zu bieten. Rächerin Yuki bleibt dabei nur durchschnittlich sympathisch und verwehrte zumindest mir einen echten Zugang zum Film. Ihre Darstellerin Meiko Kaji macht ihre Sache nichtsdestotrotz gut und verleiht Yuki zudem einen sehr atmosphärischen Abgang. Schade nur, daß wirklich stimmungsvolle Momente so selten sind, denn gerade im Einklang mit dem tollen Soundtrack "Flower of Carnage" und einer fähigeren Kameraführung (wenig "Gespür" und oft verwackelt) hätte hier eindeutig mehr rausspringen können! - zumindest nach meinem Empfinden...
Wohl nicht allzu mainstreamtauglich, auch wenn "Lady Snowblood" durch "Kill Bill" sicherlich einen höheren Bekanntheitsgrad erreicht hat als zuvor.