" Angel Town " war der letzte Film von Regisseur Eric Karson und gleichzeitg sein Bester. Er führte auch schon bei dem Van Damme Film " Red Eagle " Regie und arbeitete auch schon mit Chuck Norris in " The Octagon " zusammen. Hier führt er Kickboxweltmeister Olivier Gruner in die Filmszene ein und beschert ihm einen guten Geburtsfilm. Eigentlich war dieser Actioner auch für das Kino geplant, doch daraus wurde dann doch nichts. Es gab nur eine Videopremiere unter dem Label Highlight. Leider wurde die FSK 18 Fassung auch noch geschnitten, ist aber immer noch gut ansehbar, sogar indiziert worden. Auch ist das Tape die einzige Möglichkeit diesen Film zu Gesicht zu bekommen, denn " Angel Town " lief bisher weder im Free, noch im Pay TV. Olivier Gruner konnte sich bis heute im B-Bereich behaupten, obwohl die Qualität seiner Filme seit längerem stark zu wünschen übrig lässt.
Story:
Der junge Jacques ( Olivier Gruner ) will Maschinenbau in Los Angeles studieren. Also verlässt er das heimatliche Paris um in die Staaten zu ziehen. Die Studentenwohnheime sind jedoch schon alle voll und so landet Jacques bald in einem gefährlichen Viertel, welches von der Bande um Angel ( Tony Valentino ) terrorisiert wird. Besonders auf den jungen Martin ( Frank Aragon ) haben sie es abgesehen, da er der Band nicht beitreten will. Aber sie haben die Rechnung ohne den kickboxenden Jacques gemacht. Zusammen mit seinem Lehrer Henry ( Peter Kwong ) macht er der Gang die Hölle heiß. Bald herrscht Krieg in den Straßen von Angel Town.
Etwas Ähnliches gab es schon mal, nur etwas brutaler, in " Death Wish 3 " mit Charles Bronson. Daher sollte man keine Neuheiten oder gar Überraschungen machen, die ganze Story läuft nun mal nach Schema F ab, Klischees werden da nicht ausgelassen. Auch kleinere Längen tuen sich selten mal auf, da Karson es teils auf die moralische Tour versucht, damit aber keinen Erfolg hat. Darunter leidet nun mal die Action. Aber immerhin wird der ganze Plot recht flott und spannend vom Leder gezogen, leidet nur manchmal an Geschwätzigkeit. Manche Dialoge sind zuviel des Guten und müssten absolut nicht sein. Wir sind hier in einem Actionfilm und erwarten auch einiges davon zu Gesicht zu bekommen.
Die Kulisse hat er sehr gut hinbekommen. Die Siedlung sieht sehr verfallen aus, überall Graffiti an den Wänden und man kann sich dort nirgends sicher fühlen. Hier kommt das typische 80er Jahre Flair richtig gut zur Geltung. Genauso beim Score, mit der tollen Titelmelodie " Angel Town ", nach ihr wurde auch der Film benannt. Aber auch die restlichen Sounds klingen super.
An Action könnte etwas mehr vorhanden sein, vor allem weil der Film knappe 100 Minuten geht. Aber Jacques und die anderen Charaktere werden zu langsam eingeführt und auch zu stark ausgebaut. Daher dauert es ein bisschen, bis Jacques in Aktion treten darf. Doch der drischt dann auch ordentlich los. Seine Gegner werden hier in Dutzenden abgefertigt und müssen jede Menge Würfe, Hiebe, oder Tritte einstecken. Die Choreographien sind erste Sahne und übertreiben es selten. Gruner zeigt uns die ganze Palette seine Könnens und überzeugt vollkommen. Die Keilereien machen auch den Hauptteil der Action aus, ansonsten gibt es noch ein paar kleinere Verfolgungsjagden und Schießereien, inklusive einige sehr blutige Einschüsse. Insgesamt wird man gut bedient, auch als Actionfan, aber es könnte ruhig mehr sein.
Olivier Gruner schlägt sich wirklich wacker in seiner ersten Hauptrolle. Seinen Charakter nimmt man ihm gut ab, natürlich sind Mimik und Gestik noch eingeschränkt. Aber in den Actionsequenzen überzeugt er voll und ganz. Der Rest des Feldes macht auch einen guten Job, es gibt keine Totalausfälle. Sogar Mark Dacascos, hier kaum wieder zu erkennen, hat eine Minirolle egattert.
Fazit:
Guter Einstand für Olivier Gruner, der hier gleich einen guten Job macht, genau wie die restlichen Darsteller. Bei der Story hapert es ein wenig. Sie verläuft doch sehr stark nach Schema F und lässt kleinere Längen zu. Aber die Spannung hält sich sehr solide und die Action hinterlässt einen guten Eindruck, vor allem die harten Fights. Kulisse und Score spiegeln perfekt die 80er Jahre wieder. Es gibt Besseres auf dem Sektor, doch " Angel Town " kann man sich ohne Bedenken antun.