Ganz netter B-Actionklopper, der zugleich den Filmeinstand von Kampfsportchampion Olivier Gruner markierte.
Titelgebender Stadtteil „Angel Town“ ist ein heruntergekommener Vorort von Los Angeles, der von einer Straßengang unter deren Führer Angel Diaz (Tony Valentino) kontrolliert wird. So sind auch die ersten Bilder des Films dieser gewalttätigen Umgebung gewidmet, wenn Angels Gang mit einer Gang aus Schwarzen kämpft und es dabei sogar Tote gibt. Zwar etwas reißerisch, aber dennoch ganz gut gemacht.
Genau hier sucht sich der Austauschstudent Jacques (Olivier Gruner) ein Zimmer, nachdem er alle Wohnheime in L.A. belegt vorfindet. Jacques selbst hat eine nicht ganz saubere Vergangenheit hinter sich und hatte in Frankreich als Jugendlicher Stress mit Straßengangs, weshalb er in früher Jugend den Kampfsport erlernte. So damit wären Hintergrund des Helden und die Begründung seiner Kampffertigkeiten abgehakt und es kann im B-Actionbusiness weitergehen.
Der Sohn von Jacques’ Vermieterin hat Ärger mit Angels Gang, da er dieser nicht beitreten will – bereits sein Vater bezahlte eine derartige Ablehnung mit dem Leben und auch er ist nicht mehr sicher. Doch Jacques tritt auf den Plan und beginnt der fiesen Gang zu zeigen, wo der Hammer hängt...
Großer Pluspunkt von „Angel Town“ ist sicher der Aufwand der in die Story gesteckt wurde und diese nicht zur reinen Folie für die Action wird. Allerdings hätte man im letzten Drittel des Films weniger Story und mehr Kämpfe einstreuen sollen, da hier das Tempo fehlt und sich „Angel Town“ in zuviel Gerede ergeht. Dafür wird vor allem in der Anfangsphase für B-Verhältnisse recht gut auf die Figuren und die Story eingegangen, wenn auch ohne viel Tiefgang und in der Mitte stimmt die Mischung aus Kloppereien und Plot. Die Spannungskurve bleibt relativ solide, auch wenn der Film ohne größere Überraschungen auskommt.
Die Action bietet in erster Linie Martial Arts, die recht ordentlich in Szene gesetzt wurden und auch dem hartgesottenen Fan etwas an Begeisterung entlocken können. Zum Ende hin wird auch etwas geballert, wobei hier die Szene mit dem Veteranen im Rollstuhl, der noch ein M 16 zu Hause hat, ein wenig lächerlich ist. Aber der Schwerpunkt liegt, wie gesagt auf den Schlägereien, die allerdings nicht Non-Stop vorkommen, sondern immer in die Story eingestreut werden. Auch in der deutschen Fassung ist „Angel Town“ noch genießbar, da die Schnitte nur teilweise auffallen.
Schauspielerisch ist bei „Angel Town“ eine ziemliche Flaute zu verzeichnen. Olivier Gruner kann nur bedingt punkten und rennt mit nur wenigen Gesichtsausdrücken durch den Film. Die Nebendarsteller sind auch bestenfalls routiniert und bis auf Ausnahmefälle nur kurz zu sehen. Vor allem Mark Dacascos wird in seiner Minirolle niemanden auffallen, der nicht weiß, welche Rolle er spielt.
Ordentlicher Actionstreifen nach bekanntem Muster. Zwar mit einigen Schwächen und nicht überragend, für Actionfans dennoch ganz gute Unterhaltung.