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„Wissen Sie, was ein Schwein mit einem Heiligen gemeinsam hat? Beide werden nach Ihrem Tod mehr verehrt als zu Lebzeiten!“

US-TV-Serien-Regisseur Bob Claver („Familie Munster“) durfte sich 1981 mit „King Kobra“ auch einmal an einem Tierhorror-Rip-Off versuchen. Genauer gesagt handelt es sich bei „King Kobra“ eigentlich um einen Tier-/Okkult-Horror-Crossover: Ein skrupelloser Geschäftemacher will in einem US-amerikanischen Provinznest eine Hunderennbahn eröffnen, doch vom Beelzebub persönlich besessene, steilgehende Giftschlangen machen ihm einen Strich durch die Rechnung, als diese die Jagd auf den von irgendwelchen Druiden in x-ter Generation verfluchten Dorfpfaffen (Fritz Weaver) eröffnen...

„King Kobra“ beginnt erst einmal damit, dass sich ein Mann selbst aus dem Zug wirft und hat damit die unfreiwillig provozierten Lacher bereits auf seiner Seite. Die Tierhorror-Story nach Schema F – von geldgierigen Geschäftemachern ignorierte Warnungen, eine die Gefahr herunterspielende Polente und/oder Bürgermeister etc. – wurde durch hanebüchene Okkult-Elemente aus der christlichen Mythologie angereichert, was sich in einer Reihe von Bibelzitaten und Kruzifix-Fuchtelei bemerkbar macht. Um es kurz zu machen: Die Handlung ist weitestgehend kompletter Murks, uninspiriert und schlecht zusammengeklaubt.

Die recht langatmig vor sich hin dümpelnde Geschichte lässt zwischenzeitlich aber nicht nur wegen der teils haarsträubenden Dialoge aufhorchen, sondern hat neben ein paar netten Make-up-Effekten eine ganze Reihe eindrucksvoll in Szene gesetzter, echter Schlangen zu bieten. Deren Angriffe wurden zwar sehr durchschaubar getrickst und ansonsten hält man sich mit Spezialeffekten sehr zurück, jedoch dürften Nahaufnahmen fauchender Kobras manch Phobiker auf die Palme bringen. Viel mehr hat „King Kobra“ dann aber auch tatsächlich nicht zu bieten, denn selbst der Showdown, auf den sich der Film zäh hinschlängelt wie die Massen am DDR-Bananenstand, fiel enttäuschend unspektakulär und ideenlos aus. Wenigstens dümpelt der damals zeitgenössische Synthie-Soundtrack ganz nett vor sich hin und sorgt für ein wenig 1980er-Nostalgie.

Schauspielerisch schlägt „King Kobra“ weder großartig nach oben oder unten aus, wie beinahe der gesamte Film ist auch der Cast nach kurzer Zeit bereits fast vollständig vergessen. Angemerkt sei aber noch, dass Christina Applegate, die später mit „Eine schrecklich nette Familie“ als Kelly Bundy durchstartete, in ihrer ersten Rolle als kleine Göre zu sehen ist. Die Tiersnuff-Szene mit der possierlichen Maus, die man in einer Mausefalle zerquetschte, sorgt zusätzlich für einen halben Punkt Abzug, weshalb mehr als 3,5/10 für diesen Trash aus der unteren Schublade beim besten Willen nicht drin sind – selbst nicht aus Sicht eines verklärten Horror-Senti-Mentalisten wie mir, der in den glorreichen 80ern begierig alles aufgesogen hat, was das TV-Programm in dieser Hinsicht zu bieten hatte und für so etwas normalerweise immer noch ein Bonuspünktchen parat hat.

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