Die Erde gerät in den Schweif eines Kometen, der zuletzt vor 65 Millionen Jahren in die Nähe des Planeten kam und aufgrund seiner tödlichen Strahlung damals die Dinosaurier ausgerottet hatte. Dieses Mal fallen ergo die nichts ahnenden Menschen, die sich das kosmische Spektakel live ansehen wollen, besagtem Himmelskörper zum Opfer und wer sich nicht zum rechten Zeitpunkt zufälligerweise in einem durch Stahl abschirmten Raum befunden hat, zerkrümelt prompt zu einem Häufchen rotem Staub oder, noch schlimmer, mutiert langsam zu einem mordgierigen Zombie. Das Teenager-Geschwisterpärchen Regina und Samantha Belmont, das die Apokalypse überlebt hat, muss sich nun mit der unangenehmen Situation arrangieren. Zusammen mit dem Fernfahrer Hector legen sie sich nicht nur mit den Mutanten an, die durch die leergefegten Straßen schlurfen, sondern auch mit einigen Wissenschaftlern unter der Führung des irren Dr. Carter, die den wenigen verbliebenen gesunden Menschen das Blut abpumpen, um daraus ein Serum gegen den bei ihnen selbst langsam einsetzenden Verfall zu gewinnen... "Der Komet" ist unschwer als Hommage an die naiven Post-Apokalypse-Streifen der 50er Jahre auszumachen und präsentiert seine ähnlich undurchdachte Handlung, die sich ebenso bei den Zombie-Filmen eines George A. Romero bedient und aus diesen einige Motive mit dem Science-Fiction-Genre verwurschtelt, mit einem permanent spürbaren Augenzwinkern und vielen humorigen Einlagen, weswegen Thom Eberhardts Streifen ergo kaum als ernstgemeinter Genre-Beitrag durchgeht. Vielmehr ist dieser Billigfilm eine schiere Trash-Komödie, bei der allerdings auch der pessimistische Ausgangspunkt der Geschichte - nämlich die beinahe vollständige Vernichtung der Menschheit - so gut wie keinen emotionalen Impact auf den Zuschauer hat. Recht wirkungsvoll sind dennoch viele Szenen zu Beginn, in denen die Protagonisten durch die menschenleere Stadt wandern und die beinahe schon wie ein Vorgriff auf Danny Boyles "28 Days Later" wirken... nur eben ohne dessen störende Video-Optik und das entsprechende Budget, aber dafür mit einem krass über die Bilder gepinselten Rotfilter. Hinter die Absicht der Macher, hier ein lockeres Unterhaltungs-Stück zu fertigen, dem man allerhöchstens noch aufgrund der eingebrachten 80er Jahre-Sensibilitäten in Bezug auf Mode, Frisuren und Konsumverhalten (eine Shopping-Tour durch ein Einkaufszentrum gibt es hier natürlich auch, passend untermalt mit Cyndi Laupers "Girls Just Want To Have Fun") eine minimale satirische Absicht unterstellen kann, blickt man hier demnach schnell und so verwundert es einen dann auch nicht, dass man sich jeden Anflug von tränenduseliger Dramatik verkniffen hat. "Der Komet" wird somit unterm Strich zur recht vergnüglichen Sci-Fi-Zombie-Comedy, zumal Eberhardt auch die produktionstechnischen Limitierungen seines Filmchens mit Charme herausstellt, denn Tricks und Effekte werden nur spärlich eingesetzt und auch die Kometen-Katastrophe zu Begin wird da lediglich mittels einiger Farbverfremdungen über die Bühne gebracht. Auf die Darstellung allzu übertriebener Brutalitäten wird hier zudem verzichtet, so gänzlich in der Tradition eines "Die Nacht der lebenden Toten" sieht man sich dann wohl doch nicht. Der ursprüngliche, wunderbar schräge Arbeitstitel des Streifens lautete da übrigens "Teenage Mutant Horror Comet Zombies" und wurde erst vor dem Kinostart zu dem unverfänglicheren "Night of the Comet", womit man sicherlich viel Kult-Potenzial im Vorfeld verschenkt hat. Seinen Platz in der (Genre-)Filmgeschichte hat das Ganze als unernste und lustig daherkommende "I Am Legend"-Variante, die sich echt nie im Ton verhaut, aber dennoch sicher. Kurzum: Außerhalb des Spotlights ein verdienter B-Klassiker aus der zweiten Reihe.
7/10