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ACHTUNG ! SPOILER !

Angriff der Killer-Katzen! In diesem gloriosen no budget Lachschlager geht es um die Aktivitäten der beiden findigen Katzenfutter-Produzenten Landau (Sanford Mitchell) und Maltby (J.Byron Foster). Um ihr „Lotos-Cat-Food“ möglichst kostengünstig herstellen zu können, verarbeiten sie mit ihrem „Leichen-Fleischwolf“, quasi am laufenden Band, menschliche Leichen zu einer gut portionierbaren Fleischmasse, die sie dann in Dosen abfüllen. Die Toten besorgt ihnen entweder der Leichendieb Caleb (Warren Ball) zusammen mit seiner leicht debilen Frau Cleo (Ann Noble) vom örtlichen Friedhof, oder sie versorgen sich durch Mord mit dem nötigen Nachschub. Das erste Mordopfer wird ihr Teilhaber Carlton Babcock (Ray Dannis), als dieser aus dem Geschäft aussteigen will. 

Dummerweise erwacht in den Katzen, die mit Lotos gefüttert werden, ein fataler Hunger nach Menschenfleisch. So kommt es immer wieder zu mörderischen Angriffen der kleinen Lieblinge auf ihre Besitzer. Der Arzt Dr. Howard Glass (Sean Kenney) und die Krankenschwester Angie Robinson (Monika Kelly) untersuchen die seltsamen Vorgänge und stoßen schließlich auf Landau und Maltby und ihre Fabrik. 
Inzwischen ermordet Landau auch Caleb und Cleo, da Landau dem Leichendieb noch Geld schuldet und dieser auf sofortige Bezahlung besteht. Andernfalls will er Landau und Maltby auffliegen lassen.

Als Angie auf eigene Faust die Räumlichkeiten der Fabrik durchsucht, wird sie von Maltby überrascht. Dieser will Angie auch sogleich durch den Wolf drehen, doch da erscheint Landau, der inzwischen völlig Größenwahnsinnig geworden ist. Landau erschießt Maltby und schickt ihn unter irrem Lachen durch die Maschine: „Ich werde dich zu dem machen was du bist, ein Nichts, Maltby, nichts als Katzenfutter! Und weder du, noch Caleb, noch Babcock, noch Cleo werden mich aufhalten können! Keiner wird mich aufhalten, Maltby!! Es wird alles mir gehören, die Millionen, einfach alles, weil du ein Nichts bist, Maltby!“ 
In diesem Moment taucht Dr. Glass in der Fabrik auf, der Angie befreien will. Er wird aber von Landau angeschossen. Da stürzt ein Mann in den Raum und erschießt Landau, über dessen Leiche anschließend dutzende Katzen herfallen. Der Mann entpuppt sich als Privatdetektiv Paul Donegan (Curt Matson), der schon seit einiger Zeit auf der Suche nach dem verschwundenen Carlton Babcock war und der schließlich den Machenschaften von Landau und Maltby auf die Spur kam... 

THE CORPSE GRINDERS wirkt über weite Strecken wie ein Ed Wood Film in Farbe. Die haarsträubend Story wurde in einigen wenigen armseligen Kulissen realisiert, die dem Film einen penetranten Home-Movie-Look verleihen. Allein die in intensiven Blau-, Rot- und Grüntönen ausgeleuchteten, an Comics erinnernden Szenen, in denen die Leichen von einer klapprigen Sperrholzmaschine zu Katzenfutter verarbeitet werden, sorgen für einige bemerkenswerte Momente. Insgesamt aber führte der Sparstrumpf Regie. 

Die Darsteller, ein regelrechtes Panoptikum der Inkompetenz, von denen allein die Wasserstoffblonde Monika Kelly über ansehnliche Talente verfügt, genießen fast ausnahmslos Amateur-Status. Besondere Beachtung verdienen allerdings die diversen skurrilen Gestalten in den Nebenrollen, so der ausgemergelte Charles „Foxy“ Fox, der Hippie-Opa oder die schrille Drucilla Hoy, die als stumme, einbeinige Bedienstete hilflos durch die Szenen humpelt. Einer der wenigen professionelle Mime in dieser Riege von Einmal-Darstellern ist Vince Barbi in einer kleinen Rolle als „Henry Monk“. 

Für die lachhaften Szenen, in denen die Katzen über ihre Opfer „herfallen“ wurde sicher der gleiche professionelle „Katzenwerfer“ engagiert, wie für den im gleichen Jahr in Mexiko entstandenen „La Noche de los mil gatos“. Weniger lachhaft ist dagegen die eher unappetitliche Sequenz, in der eine Katze seziert wird. Diese Szene fehlt z.B. in der britischen VHS. Häufig wird der Film als Horror-Komödie bezeichnet, doch damit kann nur die unfreiwillige Komik des ganzen Werkes gemeint sein, eine gewollt komödiantische Charakteristik geht dem Machwerk völlig ab.

Im Jahre 2000 drehte Mikels eine Fortsetzung des Films unter dem Titel „Corpse-Grinders II“ und 2012 kam „Corpse Grinders III“ heraus, eine Spanisch-Amerikanische Co-Produktion, bei der Mikels aber nur als Ausführender Produzent beteiligt war. Regie führte Manolito Motosierra.  Ca. 2016/2018 schließlich entstand ein Remake des Films unter dem Titel „The Corpse Grinders“ von Timo Rose, bei dem Mikels als ausführender Produzent beteiligt war und eine kleine Rolle im Film spielte. Der Film wurde augenscheinlich erst 2025 veröffentlicht.

Doch hören wir, was Ted V. Mikels selbst zu seinem Film anzumerken hat:
 „Als ich mit den Dreharbeiten anfing, hatte ich $17.000 zur Verfügung. Der Kameramann hatte nie zuvor einen Film gedreht, er konnte nicht mal den Film einlegen. Niemand von der Crew oder den Darstellern hatte hatte je vor einer Kamera gestanden oder an einem Set mitgearbeitet. […] Wir bauten einen Leichen-Fleischwolf für etwa $38.“ (Vale/Juno: Seite 60).  „THE CORPSE GRINDERS kostete 47.000 Dollar und brachte drei Millionen Dollar ein!“ (McCarty: Seite 87)

Und was sagt die Kritik?
Bei diesem Film besteht [...] kaum Grund zur Heiterkeit: Die Handlung schleppt sich so müde dahin, dass man am liebsten ständig auf die Vorlauftaste drücken möchte, und aus dem Blech, das die Akteure quasseln, könnte man eine ganze Ambulanz-Armada für den Abtransport untalentierter Regisseure, Drehbuchautoren und Schauspieler in die nächste Klapsmühle bauen.“ (Hahn / Giesen: Seite 629)

TED V. MIKELS, der eigentlich Theodore Vincent Mikacevich hieß, steht in einer Reihe mit Regisseuren wie Al Adamson, Andy Milligan, Ray Dennis Steckler, David L. Hewitt und H. G. Lewis. Mit dem Action-Adventure Film „Strike Me Deadly“ gab Mikels Ende der 50er Jahre sein Regie-Debüt. Bei fast allen seinen Filmen fungierte er als Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, Cutter und war überhaupt für fast alles selbst verantwortlich. Unterstützt wurde er bei seiner Arbeit von einer kleinen Stock-Company von Darstellern und Technikern.

ARCH HALL, SR. der das Drehbuch zu THE CORPSE GRINDERS verfasste, machte sich in den 60er Jahren einen Namen als notorischer Produzent von low budget Filmen, zu denen er oft auch das Drehbuch schrieb. In einigen dieser Filme ist er auch als Darsteller zu sehen. Sein Sohn, Arch Hall, Jr., spielte Gitarre und sang in einer Rockgruppe Namens „The Archers“. Er spielte aber auch in einigen Filmen seines Vaters die Hauptrolle z.B. in „Wild Guitar“ (1962). 

Auf dem Cover der VMP-VHS (und auch auf der DVD) wird der Inhalt des Films wie folgt wiedergegeben:
Schnurrende Kätzchen verwandeln sich in reißende Raubtiere, die sich blutrünstig auf ihre Besitzer stürzen. Das Geheimnis dieser schrecklichen Veränderung liegt in ihrer Nahrung, die aus einer mysteriösen Konservenfabrik geliefert wird. Hier verarbeiten zwei teuflische Gestalten Menschenleichen zu Katzenfutter, das die friedlichen Haustiere zu grausamen Menschenfressern macht. Doch das schockierende Geheimnis bleibt nicht unentdeckt, als sich Dr. Howard Glass und seine Assistentin Zutritt in die teuflische Fabrik verschaffen, [und] den riesigen leichenzerhackenden Fleischwolf entdecken. Aber dieses Wissen ist tödlich! - Das Förderband des Todes läuft... Diesmal für zwei Lebende...

Auf der britischen VCL-Cassette heißt es kurz und knapp:
Cats suddenly, inexplicably attack their human owners, the city is plagued by a wave of deaths and mutilations. Could the answer lie in an exotic brand of cat food? What is the secret ingredient?


Im ausführlichen „Original Press Book“ zum Film steht zu lesen:
Sudden, inexplicable attacks by cats on their human owners resulting in death and mutilation, sure through a metropolis. A young hospital intern, Dr. Howar Glass (Sean Kenney) and his nurse assistant Angie Robinson (Monika Kelly seek the answer when her own pet feline assaults Glass without provocation. They theorize that an exotic canned cat food could be the cause after learning a fatally bitten woman's pet and Angie's ate the same brand. The food has turned partaking cats into man-eaters!
Sleuthing eventually takes Glass and Angie to a dingy factory where the cat food is manufactured by two diabolical partners, Landau (Sanford Mitchell) and his greedy aide Maltby (J. Byron Foster). The basic ingredients consists of cadavers supplied by an accommodating but disreputable cemetary caretaker Caleb (Warren Ball) and his wife Cleo (Ann Noble). It is in the Factory that shirring power saws, red stained chopping blocks, ominous cauldrons and a vociferous grinder transpose human flesh and bone into pussycat puree.


Desperate for fresh supplies of human flesh, Landau and Maltby ply skidrow alleyways to fill the demand. For good measure they include the caretaker when Caleb insists on payment for his raw stock. 
Glass and Angie arrive at the factory on a ruse to get food samples for laboratory analysis, but are outsmarted by a suspicious Landau. A determined Angie nevertheless on her own returns late at night, sneaks in, but is trapped by Maltby, who, in the absence of Landau, is about to abscond with his withheld share of profits.
Angie ist strapped on the conveyor leading into the grinder. Maltby's lecherous advances halt when Landau unexpectedly appears. A startled Maltby accidentally hits the controls, is dragged onto the running conveyor ahead of helpless Angie toward the flashing tips of the grinder knives. Meanwhile, Glass has alerted authorities. While he and the police, sirens screaming, converge on the factory, a maddened, fiendish Landau proceeds to aid his partner's demise. A freed Angie attempts to evade Landau's clutches as he himself is ironically caugt and headed for the grinder, only to be devoured by a band of ravenous cats. Glass releases Angie.“
(Zitiert nach: Vale/Juno: Seite 61)

Aus der Werbung:
Hauskatzen werden zu mordenden Bestien! (VMP)
Bone-Crushing Terror! Spine-Tingling Chills! (Plakat)

Literatur:
Ronald M. Hahn, Rolf Giesen: Das neue Lexikon des Horrorfilms, Berlin 2002
John McCarty: The Sleaze Merchands, New York 1995
V.Vale, Andrea Juno (Editors): RE Search-Incredibly Strange Films, San Francisco 1988

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