In der Geschichte des Horrorfilms kommt es nicht selten vor, dass sich klassische Gruselgestalten innerhalb einer Geschichte begegnen. Wolfsmensch trifft Vampir, Freddy auf Jason und auch das Zusammenspiel zwischen Dr. Frankenstein und Graf Dracula findet nicht zum ersten Mal statt.
Allerdings in einer Konstellation, die nur für Trash-Freunde goutierbar ist, denn da kommen 90 Minuten geballte Kuriositäten zusammen.
Dass der an den Rollstuhl gefesselte Dr. Durea in Wirklichkeit der letzte Nachkomme Frankensteins ist, wird zwar während der Begegnung mit Graf Dracula erläutert, ist aber vorher schon eindeutig. Dieser unterhält ein Abnormitäten -Kabinett auf dem Rummel in Strandnähe, nebenher experimentiert er natürlich mithilfe seines missgestalteten Helfers an einem Serum herum und lässt hierfür regelmäßig Frauen entführen, bis ihm die Schwester einer Verschwundenen auf die Spur kommt.
Wahrlich sollte über die abgedrehte Story nicht allzu viel gesagt werden, - vielmehr kann man sich über das Sammelsurium hanebüchener Einfälle und dilettantischer Umsetzungen freuen.
Dracula spricht beispielsweise nur mit Hall in der Stimme und wird von einem Typen verkörpert, der besser einen schmierigen Gangster aus der Bronx verkörpern könnte, als einen edlen Grafen, der nebenbei auch einen Zauberring besitzt, mit dem er Strahlen abfeuert, die Anvisiertes sofort entzünden (auch Menschen).
Dr. Durea hingegen verkörpert den klassischen verrückten Wissenschaftler, faselt eine Menge Stumpfsinn über Adrenalin und damit einhergehende Zellveränderungen, die mittels seines Serums zu psychischer Freiheit beitragen sollen. Totaler Humbug.
Richtig doof sieht auch das später erscheinende Frankenstein Monster aus, das per Kometeneinschlag (!) erneut zum Leben erweckt werden kann. Mit der Körpergröße geht das in Ordnung, doch das fette Make-up auf dem Gesicht wirkt wie zähe Brotmasse durch den Wolf gedreht, man erkennt noch nicht einmal Augen.
Diese Figurenkonstellation beschert einem wahrlich fröhliche Momente, auch wenn die Sache zwischenzeitlich ein wenig schnarchig anmutet. Nicht zuletzt, weil Fremdkörper wie eine Biker-Gang auftauchen oder völlig unnötige Szenen wie eine abgehalfterte Variete-Nummer oder ein Strandspaziergang zelebriert werden, die mit dem eigentlichen Geschehen nichts zu tun haben.
Der Rest besteht jedoch aus amüsanten Unvermögen, nicht nur, was die grenzdebilen Dialoge betrifft: „Komm, wir gehen auf die Demonstration heute“ – „Auf welche denn?“ – „Keine Ahnung, aber es wird lustig!“.
Dafür sorgen in erster Linie auch die unsäglichen Darsteller, die außer Lon Chaney kaum bekannt sind und durch die Bank zum Overacting neigen, auch in Situationen, in denen es kein Stück angebracht ist.
Schön, wie da der nachforschenden Tussi was in den Kaffee gegeben wird und die unter Einfluss eines Trips wie blöde in einem Lokal umherwankt oder wie behäbig sich Graf Dracula nach einer Auseinandersetzung mit Frankensteins Monster durch den Wald schlägt, da ja auch nur die Sonne aufgeht und damit seine Existenz in Gefahr ist.
Typisch für den wirren Plot ist auch, dass der potenzielle Held erst gegen Mitte eingeführt wird und am Ende für einen unfassbar trockenen Abgang sorgt.
Aber die trashige Mischung bietet im Gesamtbild halt ein rundes Ding.
Deshalb kann der Streifen auch unter gewissen Umständen ein wenig Spaß bereiten, dafür muss man in Kauf nehmen, dass lediglich während des Showdowns Tempo aufkommt, bis auf ein paar Enthauptungen und einer Axt in der Gesichtshälfte keine Blutszenen enthalten sind und sich die Gruselstimmung entsprechend oben genannter Aufheiterungen klar in Grenzen hält.
Aber für Trash-Freunde, die flockig doofe Mischungen mögen und gleichermaßen auf Monster-Müll stehen, könnte diese Gurke etwas sein.
6,5 von 10